Börse am Morgen: OpenAI, Tesco, TSMC, SpaxeX und Konjunkturdaten - Nord/LB
Die deutschen Exporte sind im August 2026 m/m saison- und kalenderbereinigt um 0,8% auf EUR 137,6 Mrd. gesunken, die Importe legten um 0,9% auf EUR 118,1 Mrd. zu. Der Handelsüberschuss verringerte sich von EUR 21,6 Mrd. auf EUR 19,5 Mrd. Im Vorjahresvergleich legten Exporte und Importe dennoch um 6,2% bzw. 5,5% zu. Die Aus- und Einfuhren im EU-Handel gingen m/m um 0,6% bzw. 0,4% zurück. Mit Drittstaaten sanken die Exporte m/m um 1,1%, während die Einfuhren um 2,2% stiegen. Wichtigster Exportmarkt blieben trotz eines Rückgangs um 6,3% die USA. Die Exporte nach Großbritannien (+16,7%) und China (+4,7%) legten dagegen zu. Bei den Importen blieb China wichtigster Lieferant; die Einfuhren von dort stiegen um 11,0%.
Die Fahrleistung mautpflichtiger Lkw auf deutschen Autobahnen ist im September 2026 gegenüber August saison- und kalenderbereinigt um 0,8% gestiegen. Der als wichtiger Frühindikator für die industrielle Produktion geltende Lkw-Maut-Fahrleistungsindex lag damit 2,5% über dem Niveau des Vorjahresmonats September 2025.
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im September weiter gestiegen. Mit 1.666 Pleiten lag sie 9% über dem Vormonat und 13% über dem Vorjahreswert. Gegenüber der Zeit vor der CoronaPandemie beträgt der Anstieg sogar 85%. In Q3 sank die Zahl der Insolvenzen jedoch leicht um 2,3% auf 4.880 Fälle, die Zahl der betroffenen Arbeitsplätze fiel gegenüber Q2 um 10% auf 41.000. Das IWH sieht nach dem Höchststand in Q2 erste Entspannungstendenzen und erwartet für Q4 rückläufige Insolvenzzahlen.
Die Zahl der US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sank in der vergangenen Woche um 2.000 auf 197.000 und lag damit leicht unter den Erwartungen von 200.000 Anträgen. Insgesamt deutet das weiterhin niedrige Niveau der Anträge auf einen robusten US-Arbeitsmarkt hin.
Tagesausblick
Der Abschlusstag der Handelswoche ist überschaubar und hält vor allem Reden von Notenbankern aus der Eurozone und den USA bereit. Ansonsten werden noch Daten des Michigan Index zu erwarten sein. Wir gehen davon aus, dass die Befragungsteilnehmer in Summe verhaltener in die Zukunft schauen dürften.
Renten- und Aktienmärkte
Hohe Anleiherenditen und die rasant steigenden Ölpreise machten gestern Druck auf die Aktienmärkte. Der DAX rauschte gleich zu Handelsbeginn unter die Marke von 25.000 Punkten. Nach relativierenden Aussagen von US-Präsident Trump bzgl. möglicher US-Angriffe auf den Iran hielten sich die meisten US-Standardwerte dann aber auf Vortagesniveau. KI-Werte kamen aber etwas unter die Räder. Auslöser war ein Zeitungsbericht, dass der hochgerechnete Jahresumsatz von OpenAI rund USD 20 Mrd. unter einigen Analystenschätzungen liege. Zusätzliche Belastung brachte ein Bericht über geplante hohe Finanzierungen im Technologiebereich. Anleger fürchten dadurch einen verschärften Wettbewerb um Kapital infolge der hohen Finanzierungsbedarfe im Technologiesektor.
DAX -1,18%; MDAX -2,01%; TecDAX -2,05%; Dow Jones +0,10%; S&P500 -0,47%; Nasdaq C. -1,25%.
Unternehmen
Der Chipauftragsfertiger TSMC profitiert weiter vom KI-Boom und steigerte seinen Umsatz in Q3 um 50% auf den Rekordwert von EUR 41,7 Mrd. Damit übertraf das Unternehmen seine eigene Prognose (+40%) deutlich. Die hohe Nachfrage nach KI-Chips sorgt weiter für volle Auslastung. TSMC investiert deshalb 2026 rund EUR 52 bis 56 Mrd. in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten. Zu den wichtigsten Kunden zählen Nvidia und Apple. Auch Taiwans Wirtschaft profitiert erheblich von dem Halbleiterboom.
Der britische Lebensmitteleinzelhändler Tesco zeigt sich nach einem robusten H1 optimistischer und hebt seine Gewinnprognose für 2026/27 auf EUR 3,7 bis 3,9 Mrd. an. Zudem wird das Aktienrückkaufprogramm um EUR 236 Mio. auf EUR 1,12 Mrd. ausgeweitet. Obwohl geopolitische Spannungen und hohe Energiepreise das Wachstum bremsen, stieg der flächenbereinigte Umsatz in H1 um 1,5% auf EUR 39,9 Mrd. Das operative Ergebnis erreichte EUR 2,1 Mrd.
Das Raumfahrtunternehmen SpaxeX hat den Kauf eines Portfolios von 800-MHz-Frequenzen in den USA vereinbart, um künftig Mobilfunkvereinbarungen direkt aus dem All auf Smartphones anzubieten. An der Börse löste dies Sorgen über einen möglichen Preiskampf im bereits stark umkämpften US-Mobilfunkmarkt aus.
Rohstoffe
Anhaltende Sorgen um die Ölversorgung infolge des Iran-Krieges sowie ein Hurrikan vor den US-Offshore-Fördergebieten trieben die Ölpreise gestern spürbar um rund 5% nach oben.
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