Lufthansa Aktie: Analyst sieht fast Verdreifachungs-Potenzial
Bei der Lufthansa erwartet mwb research ein solides drittes Quartal und hält die Sorgen über steigende Kerosinkosten für überzogen. Die Analysten rechnen für die saisonal besonders wichtige Sommerperiode mit einem Umsatzanstieg um 4,5 Prozent auf 11,7 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis soll rund 1,35 Milliarden Euro erreichen, was einer EBIT-Marge von 11,5 Prozent und damit ungefähr dem Vorjahresniveau entsprechen würde. Trotz geringerer Kapazitäten dürften höhere Erlöse je angebotenem Sitzkilometer das Geschäft stützen. Beim Cashflow stellt mwb für das dritte Quartal einen positiven Beitrag von rund 450 Millionen Euro in Aussicht.
Auch für das Schlussquartal sehen die Analysten Chancen auf eine Verbesserung der Profitabilität. Ein wesentlicher Faktor ist das allmähliche Auslaufen älterer Buchungen, die noch zu niedrigeren Ticketpreisen abgeschlossen wurden. Dieser Effekt soll im vierten Quartal vollständig zum Tragen kommen und die Margen gegenüber dem Vorjahr unterstützen. Die Nachfrage nach Flugreisen bleibt nach Einschätzung von mwb robust.
Ein Unsicherheitsfaktor bleibt der Kerosinpreis. Lufthansa hat nach Berechnungen von mwb bereits einen erheblichen Teil ihres Treibstoffbedarfs für 2027 abgesichert. Die Analysten schätzen die Absicherungsquote auf rund 60 Prozent. Dabei könnten die bestehenden Sicherungsgeschäfte aufgrund der aktuellen Terminmarktstruktur einen Teil der Belastungen abfedern. Größere Risiken sieht das Researchhaus bei den Raffineriemargen, die den Abstand zwischen Rohöl- und Kerosinpreisen beeinflussen. Für 2027 rechnet mwb allerdings nicht mit einer dauerhaft ähnlich hohen Belastung. Kritisch würde es nach den Modellrechnungen insbesondere bei Rohölpreisen von mehr als 160 Dollar je Barrel, weil die Absicherung der Lufthansa extreme Preissprünge nicht vollständig abdeckt.
Lufthansa-Flotte deckt 90 Prozent der Börsenbewertung
Die mittelfristigen mwb-Prognosen gehen von weiterem Wachstum und steigenden Margen bei der Lufthansa aus. Nach erwarteten 41,41 Milliarden Euro Umsatz und 1,18 Euro Gewinn je Aktie im Jahr 2026 kalkuliert mwb für 2027 mit 43,52 Milliarden Euro Umsatz und 1,52 Euro Ergebnis je Aktie. Für 2028 stehen 46,00 Milliarden Euro Umsatz und 1,63 Euro Gewinn je Aktie in der Planung. Gleichzeitig soll die EBITDA-Marge von 10,9 Prozent 2026 auf 11,9 Prozent 2028 steigen. Bei den Dividenden erwartet mwb zunächst 0,32 Euro je Aktie für 2026, anschließend 0,41 Euro und 0,44 Euro für die beiden Folgejahre.
Den größten Bewertungshebel sieht mwb allerdings nicht allein im operativen Wachstum. Nach den Berechnungen des Researchhauses deckt die konzerneigene Flugzeugflotte bereits mehr als 85 Prozent des Unternehmenswerts einschließlich Schulden ab. Das Wartungsgeschäft steuert rechnerisch weitere rund 40 Prozent bei. Allein die Flotte entspreche damit ungefähr 90 Prozent der Börsenbewertung. Für das eigentliche Fluggeschäft und die Frachtsparte bleibe in dieser Betrachtung kaum ein Wert übrig.
mwb hält diese Bewertung für unangemessen und bestätigt die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 21 Euro. Bei einem aktuellen Kurs des MDAX-Titels von 7,34 Euro würde das fast einer Verdreifachung entsprechen.
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