Norma Aktie: Prognosen wegen Autokrise runter, Kurspotenzial bleibt
Bei Norma Group dürfte die Schwäche der Automobilindustrie auch im dritten Quartal deutliche Spuren hinterlassen. mwb research rechnet für die Zahlen am 3. November mit einem Umsatz von rund 202 Millionen Euro, knapp 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr, aber 4,6 Prozent weniger als im Vorquartal. Das bereinigte EBIT soll 6,5 Millionen Euro erreichen und die Marge auf 3,2 Prozent steigen. Belastet durch weitere Einmalkosten für das NewNorma-Programm erwartet mwb beim berichteten EBIT dagegen einen Verlust von rund 3 Millionen Euro. 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
Das Kernproblem bleibt das schwache Automobilgeschäft. Niedrigere Produktionsvolumina treffen auf eine Kostenbasis, die noch nicht vollständig an die geringere Nachfrage angepasst ist. Das Geschäft mit Industrieanwendungen entwickelt sich als Gegengewicht, steht aber erst für rund 30 Prozent des Konzernumsatzes. Mit NewNorma sollen nun Strukturen vereinfacht, Kosten gesenkt und die Effizienz verbessert werden. Gleichzeitig soll der Ausbau des Industriegeschäfts die Abhängigkeit vom Automobilsektor verringern.
Nach dem jüngsten Austausch mit dem Unternehmen senkt mwb seine Schätzungen für Norma wegen der anhaltenden Schwäche im Autogeschäft erneut. Für 2026 werden nun 825,8 Millionen Euro Umsatz und ein Gewinn je Aktie von 8,10 Euro erwartet, wobei die Kennzahl durch Sondereffekte geprägt ist, für 2027 sind es 875,3 Millionen Euro und 1,23 Euro. 2028 sollen die Erlöse auf 904,2 Millionen Euro und der Gewinn je Aktie auf 1,64 Euro steigen. Bei der Dividende kalkulieren die Analysten mit 0,40 Euro, 0,60 Euro und 0,75 Euro für die drei Jahre.
Für mwb ist 2026 vor allem ein Übergangsjahr, in dem die Umsetzung von NewNorma über die weitere Entwicklung entscheidet. Eine spätere Erholung der Automobilnachfrage könnte nach dem Kostenumbau überproportional auf die Ergebnisse durchschlagen, während das wachsende Industriegeschäft zusätzliches Potenzial bietet. Trotz der erneut gesenkten Schätzungen bestätigt das Researchhaus seine Kaufempfehlung und das Kursziel von 23 Euro. Beim aktuellen Aktienkurs von 16,84 Euro, der am Mittwoch um 2,55 Prozent nachgibt, entspricht das rechnerisch einem Kurspotenzial von knapp 37 Prozent. Eine spätere Erholung der Automobilnachfrage könnte nach dem Kostenumbau zusätzliche Ergebnishebel bringen.


