Rheinmetall Aktie unter Verkaufsdruck: Wie lange geht das noch gut?
Der Rüstungssektor stand am Dienstag an der Frankfurter Börse deutlich unter Druck, und auch die Rheinmetall Aktie konnte sich dem nicht entziehen. Der Kurs des Düsseldorfer DAX-Konzerns startete bei 982,0 Euro und kletterte zunächst bis auf 987,1 Euro, genau an die Oberkante der Widerstandszone 976/987 Euro. Dort übernahmen die Verkäufer. Im Tagesverlauf ging es bis auf 942,2 Euro abwärts, ehe die Bewegung erneut am oberen Ende der Unterstützung bei 936/942 Euro gebremst wurde. Zum XETRA-Handelsschluss stand für die Rüstungsaktie ein Minus von 27,2 Euro oder 2,77 Prozent bei 953,0 Euro.
Beruhigend ist das für die Aktionäre von Rheinmetall nicht. So hat der Dienstag beide Seiten des Bildes bestätigt, das der letzte 4investors.de-Chartcheck skizziert hatte. Die Zone 976/987 Euro bleibt nach dem Pullback der Deckel für die Rheinmetall Aktie, die Unterstützungen darunter haben ein weiteres Mal gehalten. Entwarnung kann bisher nicht gegeben werden. Der Abwärtstrend vom Hoch bei 2.008 Euro ist intakt, der DAX-Titel notiert weiterhin klar unter der 50-Tage-Linie bei 1.047,6 Euro. Die Indikatoren liefern kein Kaufsignal: Der RSI liegt mit 37,37 knapp unter seiner Glättung bei 37,52 und tritt auf der Stelle. Etwas Hoffnung macht der Stochastic RSI, der mit 51,13 zu 33,20 nach oben gedreht hat und kurzfristig nachlassenden Verkaufsdruck anzeigt. Der Kapitalfluss bleibt mit minus 0,24 klar negativ und eine große Belastung für den Aktienkurs von Rheinmetall.
Rheinmetall prallt an 987 Euro ab und fängt sich bei 942 Euro
Die Zitterpartie um die zentralen Unterstützungen der Rheinmetall Aktie ist damit nicht beendet. Ganz unten markiert das 52-Wochen-Tief bei 900,2 Euro die Linie, an der die Baisse zuletzt gestoppt wurde. Darüber liegt die Zone 936/942 Euro, die derzeit zusätzlich vom unteren Bollinger-Band bei 938,8 Euro abgesichert wird und am Dienstag mit dem Tagestief bei 942,2 Euro erneut angelaufen wurde. Gibt dieser Bereich per Schlusskurs nach, rückt ein weiterer Test der 900er-Marke in den Fokus. Fällt auch sie, wäre der Bodenbildungsversuch des Rüstungskonzerns gescheitert und der Weg zu neuen 52-Wochen-Tiefs frei. Erste Unterstützungen könnten im Bereich 832/859 Euro bei einem solchen Verkaufssignal aufkommen. Hier liegt ein offenes Gap aus dem Februar 2025.
Nach oben muss die Rheinmetall Aktie zuerst die Zone 976/987 Euro per Schlusskurs zurückerobern, um den Pullback aufzulösen. Direkt dahinter verläuft die Bollinger-Basis bei aktuell 990,2 Euro. Positive Impulse liefern erst Ausbrüche über 1.030 und 1.060 Euro. Dazwischen liegen das obere Bollinger-Band bei 1.041,6 Euro und die 50-Tage-Linie bei 1.047,6 Euro, die den Bereich zu einer dichten Widerstandsballung machen. Darüber folgen der wichtige Widerstand bei 1.234/1.241 Euro und die fallende 200-Tage-Linie bei derzeit 1.248,6 Euro.
1.800 oder 1.050 Euro: Die Analysten sind bei Rheinmetall uneins
Fundamental richten die Deutsche Bank und mwb research ihren Blick bei der Rheinmetall Aktie auf das laufende Geschäft und die nächsten Großaufträge. Für die Quartalszahlen am 5. November erwarten die Frankfurter erneut ein Umsatzplus von mehr als 40 Prozent, der Konzern sei damit auf Kurs zu seinen Jahreszielen. mwb kalkuliert für das dritte Quartal mit rund 3,9 Milliarden Euro Umsatz und etwa 740 Millionen Euro operativem Ergebnis. Den größten Hebel sehen beide Häuser aber im Auftragseingang des Schlussquartals, allen voran bei Arminius. Das milliardenschwere Beschaffungsprogramm der Bundeswehr für den Radpanzer Boxer gilt der Deutschen Bank als wichtigster Kurstreiber, die Zustimmung des Haushaltsausschusses erwartet sie Anfang Dezember. mwb rechnet mit einer Entscheidung bis zum Jahresende, hält eine Vorauszahlung von bis zu 30 Prozent für möglich und beziffert das Gewicht des Projekts deutlich: Ohne Arminius läge das eigene Kursziel um rund 20 Prozent niedriger. Zusätzliches Potenzial sieht das Researchhaus in einem größeren US-Auftrag, vor allem im Programm XM30, sowie im Munitionsgeschäft, wo inzwischen 70 bis 80 Prozent der Verträge auf Munition mit höherer Reichweite entfallen. Lasersysteme zur Drohnenabwehr könnten weitere Perspektiven eröffnen, greifbare Fortschritte stehen hier aber noch aus.
Bei den Schlussfolgerungen für die Rheinmetall Aktie gehen die Häuser weit auseinander. Die Deutsche Bank bestätigt ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 1.800 Euro, was vom Dienstagsschluss aus knapp 90 Prozent Potenzial bedeutet. mwb bleibt mit der Einstufung Hold und einem Ziel von 1.050 Euro deutlich vorsichtiger, obwohl die eigenen Schätzungen einen kräftigen Gewinnanstieg vorsehen: Der Gewinn je Aktie soll von 33,52 Euro in 2026 über 46,50 Euro auf 57,11 Euro in 2028 klettern, der Umsatz im gleichen Zeitraum von 13,81 auf 22,63 Milliarden Euro. Das mwb-Ziel liegt fast exakt auf Höhe der 50-Tage-Linie bei 1.047,6 Euro und damit mitten in der Widerstandsballung, die der Chart ohnehin als erste große Hürde ausweist.
Charttechnische Daten zur Rheinmetall Aktie
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Letzter Aktienkurs | 953,0 (Börse: XETRA) |
| 52 Wochen Tief / Hoch | 900,2 / 1.972,0 |
| Bollinger-Bands 20 (unten / oben) | 938,8 / 1.041,6 |
| Bollinger-Basis (SMA 20) | 990,2 |
| EMA 50 | 1.047,6 |
| EMA 200 | 1.248,6 |
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