Hensoldt Aktie: Experte warnt vor falscher Ukraine-Fantasie
Die neue Vereinbarung mit der Ukraine sorgt bei Hensoldt für zusätzliche Radar-Fantasie, wird nach Einschätzung von mwb research an der Börse aber überbewertet. Bei dem Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz in Kiew wurden insgesamt 14 Vereinbarungen im Volumen von rund 6,6 Milliarden Euro geschlossen. Hensoldt unterzeichnete dabei eine Absichtserklärung mit dem ukrainischen Verteidigungsministerium über weitere umfangreiche Radar-Lieferungen. Angaben zu Auftragswert, Stückzahl oder Zeitplan gibt es bislang nicht. 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
Vor allem widerspricht mwb Berichten über einen vermeintlichen Satellitenauftrag: Nach Angaben des Unternehmens gehe es um Radarsysteme und damit um das bestehende TRML-4D-Geschäft.
Die Ukraine ist bereits der weltweit größte Nutzer des TRML-4D. mwb schätzt den Bestand auf rund 50 Systeme mit einem Gesamtwert von etwa einer Milliarde Euro über mehrere Jahre. Der letzte feste ukrainische Radarauftrag vom Juli 2025 hatte ein Volumen von 340 Millionen Euro. Selbst ein Auftrag dieser Größenordnung entspräche lediglich rund 11 Prozent des für 2026 erwarteten Umsatzes. Den größeren wirtschaftlichen Hebel aus den neuen Vereinbarungen sieht das Researchhaus bei Diehl, das neben den IRIS-T-Startern insbesondere die regelmäßig zu ersetzenden Flugkörper liefert, während Hensoldt die Radare beisteuert.
An der grundsätzlich starken Nachfrage nach Hensoldt-Produkten ändert die kritische Einschätzung nichts. mwb hält die Bewertung der Aktie dennoch für zu hoch und verweist unter anderem auf den geringen Anteil von Software-Umsätzen sowie das Risiko, dass die Umsatzentwicklung zu Beginn der 2030er-Jahre einen Höhepunkt erreichen könnte.
Das Researchhaus bestätigt daher seine Verkaufsempfehlung mit einem unveränderten Kursziel von 62 Euro für die Hensoldt Aktie. Der TecDAX-Titel verliert aktuell 2,74 Prozent auf 80,32 Euro.
Für 2026 erwartet mwb bei Hensoldt einen Umsatzanstieg auf 2,82 Milliarden Euro nach 2,46 Milliarden Euro im Jahr 2025. Bis 2027 und 2028 sollen die Erlöse weiter auf 3,22 Milliarden beziehungsweise 3,77 Milliarden Euro wachsen. Der Gewinn je Hensoldt Aktie wird für diese Jahre mit 1,81 Euro, 2,22 Euro und 2,98 Euro prognostiziert. Bei der Dividende rechnen die Analysten mit 0,72 Euro für 2026, 0,89 Euro für 2027 und 1,19 Euro für 2028.



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