Rheinmetall Aktie: Bundeswehr-Programm „Arminius” wird zum Bewertungs-Schlüssel
Rheinmetall dürfte im dritten Quartal weiter kräftig wachsen, doch für größere neue Kursfantasie bei der Rüstungs-Aktie reicht das den Analysten bei mwb research nicht. Das Researchhaus sieht die Entwicklung im Rahmen der Jahresziele und erwartet für das Quartal rund 3,9 Milliarden Euro Umsatz sowie etwa 740 Millionen Euro EBIT. Die Schätzungen für 2026 bleiben damit unverändert. Entscheidend ist aus Sicht der Analysten weiterhin, wie schnell der hohe Auftragsbestand in Umsatz umgesetzt werden kann. 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
Eine zentrale Rolle für die Bewertung spielt inzwischen Arminius, das milliardenschwere Beschaffungsprogramm der Bundeswehr für Radpanzer vom Typ Boxer. Eine Entscheidung soll weiterhin bis zum Jahresende fallen, wobei eine Vorauszahlung von bis zu 30 Prozent möglich ist. mwb sieht den Auftrag zunehmend als Voraussetzung dafür, das aktuelle Bewertungsniveau der Rheinmetall Aktie überhaupt zu rechtfertigen. Ohne Arminius würde das Kursziel nach Berechnungen des Researchhauses rund 20 Prozent niedriger und damit deutlich unter dem aktuellen Aktienkurs ausfallen. Entsprechend große Bedeutung kommt dem Kapitalmarkttag im November zu.
Gleichzeitig verändert sich das Geschäft mit Munition. Mittlerweile entfallen laut Management 70 bis 80 Prozent der Verträge auf Geschosse mit erhöhter Reichweite. Das verbessert zwar den Produktmix, zeigt für mwb aber auch, wie stark sich die Anforderungen auf dem Gefechtsfeld verschieben. Präzise Drohnensysteme könnten gegenüber klassischer Artillerie weiter an Bedeutung gewinnen. Neue Chancen sieht das Researchhaus dagegen in den USA: Ein Erfolg bei einem großen Fahrzeugprogramm wie XM30 könnte die bisherigen Umsatzperspektiven deutlich erweitern. Auch die Entwicklung von Lasersystemen zur Drohnenabwehr bleibt ein möglicher zusätzlicher Wachstumstreiber.
Für 2026 rechnet mwb mit einem Umsatz von 13,81 Milliarden Euro und einem Ergebnis je Rheinmetall Aktie von 33,52 Euro. 2027 sollen die Erlöse auf 18,78 Milliarden Euro und der Gewinn je Aktie auf 46,50 Euro steigen, 2028 werden 22,63 Milliarden Euro beziehungsweise 57,11 Euro erwartet. Die Dividendenprognosen liegen für die drei Jahre bei 13,41 Euro, 23,25 Euro und 28,55 Euro je Rheinmetall Aktie.
Trotz des starken erwarteten Wachstums bleibt mwb bei „Hold“ und bestätigt das Kursziel von 1.050 Euro. Die Rheinmetall Aktie verliert aktuell 1,63 Prozent auf 964,20 Euro.



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