innoscripta nach Kurssturz: Unternehmen reagiert auf Ermittlungen
Nach dem dramatischen Kurssturz der innoscripta Aktie um 57,6 Prozent am Donnerstag, der sich am Freitag im XETRA-Handel mit einem Minus von knapp 13 Prozent weiter fortsetzte, versucht das Unternehmen, die Ermittlungen der Steuerbehörden weiter einzuordnen. „Die Durchsuchung hat uns völlig überrascht. Wir haben ein großes Interesse, den Fall vollumfänglich aufzuklären“, sagt innoscripta CEO Michael Hohenester in einem Statement der Gesellschaft aus Tutzing.
Die Durchsuchungen an den Standorten Tutzing und München stehen im Zusammenhang mit dem Verdacht der Beihilfe zur Erlangung eines nicht gerechtfertigten Steuervorteils bei Forschungszulagen einzelner Kunden. innoscripta betont nun, dass nach aktuellem Kenntnisstand keine Geschäftsvorgänge aus dem laufenden Geschäftsjahr betroffen seien und der operative Geschäftsbetrieb uneingeschränkt weiterlaufe. Einer der mit dem Vorgang befassten Mitarbeiter sei bereits seit mehreren Jahren nicht mehr für innoscripta tätig, so das Unternehmen weiter.
Zugleich erläutert innoscripta sein Geschäftsmodell rund um die Forschungszulage ausführlicher. Im ersten Schritt prüft die Bescheinigungsstelle Forschungszulage die Förderfähigkeit eines Vorhabens. Mit der entsprechenden Bescheinigung entsteht nach Angaben des Unternehmens in nahezu allen Fällen der Honoraranspruch von innoscripta. Die spätere Festsetzung der Forschungszulage erfolgt dagegen durch das für den jeweiligen Kunden zuständige Finanzamt. Die dafür verwendeten Daten würden vom Kunden in der innoscripta-Software erfasst und abschließend vom Kunden beziehungsweise dessen Steuerberater geprüft. Den Antrag stelle anschließend der Kunde selbst oder dessen Steuerberater. Laut innoscripta wurden auf dieser Basis bereits mehrere Tausend Forschungszulagen von Finanzämtern festgesetzt und zahlreiche Fälle im Rahmen von Betriebsprüfungen bestätigt.
Eine abschließende Klärung der Vorwürfe liefert das Update allerdings nicht. innoscripta verweist auf das laufende Verfahren, kooperiert nach eigenen Angaben mit den Behörden und zeigt sich zuversichtlich, dass sich die Ordnungsmäßigkeit der Prozesse bestätigen werde. Zudem lädt das Unternehmen Aktionäre zu einer persönlichen Vorstellung seines Softwaresystems ein und verweist auf externe rechtliche und steuerliche Prüfungen, die unter anderem vor dem Börsengang im Mai 2025 erfolgt seien.
Nach dem massiven Kursverlust bleibt damit vor allem die weitere Entwicklung des Ermittlungsverfahrens entscheidend für die Einordnung der Vorwürfe und möglicher Folgen.
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