thyssenkrupp: Rauscht die Aktie nun in den Keller?
Was für eine Hausse und was für ein Dämpfer. Von Kursen unter 2 Euro im September 2024 hat sich die ThyssenKrupp Aktie bis auf fast 16 Euro vervielfacht, eine der spektakulärsten Erholungen am deutschen Kurszettel, mit denen 2024 nicht viele gerechnet haben dürften. Am Donnerstag gestrigen kassierte der Essener Industriekonzern dann aber ein Tagesminus von mehr als sechs Prozent: Der Kurs fiel um 0,920 Euro oder 6,28 Prozent auf 13,720 Euro und schloss nicht weit über dem Tagestief bei 13,55 Euro. Vorbörslich am Freitag notiert die thyssenkrupp Aktie mit 13,995 Euro wieder an der 14-Euro-Marke. Die Frage, die jetzt alle umtreibt: Rauscht der Titel nun wieder in den Keller, oder waren das gestern nur gesunde Gewinnmitnahmen in einem ohnehin ziemlich nervösen Marktumfeld?
Für die gelassenere Lesart spricht einiges. Nach einem derartigen Lauf, zuletzt mit drei Hochs zwischen 15,75 und 15,87 Euro, wäre eine kräftige Verschnaufpause nichts Ungewöhnliches. Bis zum gestrigen Tagestief bei 13,55/13,60 Euro und der Zone 12,24/12,48 Euro ließe sich der Rücksetzer der thyssenkrupp Aktie noch problemlos als gesunde Konsolidierung der Hausse einordnen. Darunter wartet die steigende 200-Tage-Linie bei 11,427 Euro als nächstes potenzielles Auffangziel.
Sorge bereitet allerdings der Kapitalfluss: Der Chaikin Money Flow hat mit minus 0,08 gerade ins Negative gedreht. Noch ist das nur ein Anzeichen, abzuwarten bleibt, ob sich das Minus ausbaut und länger hält. Kommt es dazu, wird das eine massive markttechnische Belastung für den stark gestiegenen MDAX-Titel.
Der Pullback an die 50-Tage-Linie wird zum Test für thyssenkrupp
Entscheidend ist jetzt, was die thyssenkrupp Aktie aus der vorbörslichen Erholung macht. Gestern hat sie die 50-Tage-Linie bei 13,985 Euro unterschritten, und der Rücklauf an die 14-Euro-Marke ist zunächst nichts weiter als ein Pullback an genau diese verlorenen Unterstützungen, die 50-Tage-Linie und die Zone 14,62/14,73 Euro. Erobert der Konzern diese Marken zügig zurück, wäre der Weg frei für einen neuen Anlauf auf das Jahreshoch bei 15,87 Euro.
Prallt die thyssenkrupp Aktie an ihnen dagegen nach unten ab, wäre das ein Warnzeichen, dass aus der Konsolidierung doch mehr werden könnte. Die Oszillatoren mahnen ohnehin zur Vorsicht, denn sie sind mit dem Absturz regelrecht eingebrochen: Der Stochastic RSI steht mit 1,24 zu 10,86 am absoluten Boden, kann da aber auch eine Zeitlang verbleiben, während der RSI mit 41,48 unter seine Glättung bei 55,33 gerutscht ist und noch reichlich Platz nach unten hat.
Für langfristige Anleger bleibt die Einordnung am Ende eine Frage der Perspektive. Wer die Verzehnfachung von unter 2 auf fast 16 Euro mitgegangen ist, den schreckt ein Minustag von sechs Prozent wie der gestrige Handelsverlauf kaum. Doch nach einem so steilen Anstieg ist der gestrige Rutsch die erste deutliche Erinnerung daran, dass auch bei thyssenkrupp die Schwerkraft gilt. Die kommenden Handelstage an der 14er-Zone zeigen, ob die Käufer nur einen Rücksetzer zum Nachkaufen bekommen oder den ersten Riss in einer außergewöhnlichen Aufwärtsbewegung.
Charttechnische Daten zur thyssenkrupp Aktie
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Letzter Aktienkurs | 13,720 (Börse: XETRA) |
| 52 Wochen Tief / Hoch | 7,120 / 15,870 |
| Bollinger-Bands 20 (unten / oben) | 14,199 / 15,955 |
| Bollinger-Basis (SMA 20) | 15,077 |
| EMA 50 | 13,985 |
| EMA 200 | 11,427 |
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