Börse am Morgen: LPKF Laser, Tankrabatt, Inflations- und Konjunkturdaten - Nord/LB
Der Anstieg der Verbraucherpreise hat sich in Deutschland im abgelaufenen Monat wie erwartet deutlich beschleunigt. Im September kletterte die Inflationsrate auf 3,3% y/y. Vor allem Energie verteuerte sich spürbar um 14,9% y/y. Neben der ungünstigen Ölpreisentwicklung haben hierzu auch zusätzliche Belastungen der Raffinerien beigetragen. Die Kernrate hingegen verharrt bei 2,4% und die Dienstleistungspreise weisen sogar die niedrigste Dynamik seit über vier Jahren aus. Allerdings deuten die Preisdaten aus anderen Eurostaaten auf einen deutlichen Sprung der Inflationsrate im Euroraum bis fast an die 4%-Marke hin. Zwar versprechen staatliche Preisdämpfungsmaßnahmen ab Oktober Entlastung. Für die EZB geht es dennoch nicht mehr darum, ob sie die Leitzinsen weiter erhöht, sondern nur noch, wann. Da es bislang keine Anzeichen für Zweitrundeneffekte gibt und wesentliche neue Makrodaten erst nach der Oktobersitzung veröffentlicht werden, ist es vertretbar, wenn die EZB mit der nächsten Zinserhöhung bis Dezember und den dann neuen Projektionen wartet.
Die deutschen Importpreise sind im August mit +8,3% gegenüber dem Vorjahr so stark gestiegen wie seit Ende 2022 nicht mehr. Ausschlaggebend waren vor allem die infolge des Nahostkonflikts deutlich höheren Energiepreise. Gegenüber Juli erhöhten sich die Einfuhrpreise um 1,0%. Besonders kräftig verteuerten sich Strom (+63,9%), Mineralölerzeugnisse (+63,3%), Erdgas (+41,9%) und Erdöl (+32,0%). Bei Mineralölprodukten stiegen vor allem die Preise für Schmieröle, Diesel, Heizöl, Kerosin und Benzin deutlich an.
Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt bleibt angespannt. Die Zahl der Erwerbstätigen sank im August saisonbereinigt um 29.000 Personen auf 45,41 Mio. Im Vergleich zum Vorjahr waren 235.000 Menschen weniger beschäftigt, womit sich der seit Anfang 2025 anhaltende Abwärtstrend fortsetzte. Gleichzeitig stieg die Zahl der Erwerbslosen auf 1,86 Mio. und lag damit 6,9% über Vorjahr. Die Erwerbslosenquote erhöhte sich von 3,9% auf 4,3%. Saisonbereinigt nahm die Zahl der Erwerbslosen gegenüber Juli um 9.000 auf 1,76 Mio.zu, während die Quote unverändert bei 4,0% blieb. Dies ist der höchste Wert seit zehn Jahren.
Der deutsche Einzelhandel hat seine Umsätze im August gegenüber dem Vormonat wieder gesteigert. Kalender- und saisonbereinigt legten die Erlöse real um 1,3% und nominal um 1,7% zu. Im Vorjahresvergleich sanken die Umsätze preisbereinigt jedoch um 0,4%, während sie nominal um 2,6% stiegen.
Tagesausblick
Heute geben zunächst die endgültigen Einkaufsmanagerindizes Aufschluss über die Verfassung der europäischen Industrie. Unsere Prognosen von 53,8 Punkten für Deutschland und 52,7 Zählern für die Eurozone sprechen für eine fortgesetzte Expansion, wenngleich die zuletzt anziehenden Einkaufspreise den positiven Eindruck etwas trüben. Am Nachmittag dürfte der US-amerikanische ISM-Index das Marktgeschehen bestimmen. Bestätigt sich unsere Erwartung eines Anstiegs auf 55,5 Punkte bei zugleich hohem Preisdruck, wäre dies ein robustes Konjunktursignal.
Aktienmärkte
Positive Signale aus den USA konnten den DAX am Mittwoch nicht stützen. Belastend wirkten vor allem die hohe Inflation in Deutschland und anderen Euro-Ländern, die günstige Konjunktur- und Preisdaten aus den USA in den Hintergrund rückten. Mit einem Minus von knapp 0,8% fiel der DAX unter die 100-Tage-Linie. Im September verlor der Dax rund 4%, in Q3 legte er hingegen um 0,8% zu. DAX -0,79%; MDAX -0,13%; TecDAX -0,04%.
Die guten US-Preisdaten stützten die Wall Street am Mittwoch nur zeitweise. Zum Handelsschluss überwogen erneut Sorgen, dass die infolge des Iran-Kriegs steigenden Ölpreise den Preisauftrieb wieder verstärken könnten. Technologiewerte behaupteten leichte Gewinne, während Standardwerte nachgaben. Dow -0,86%; S&P 500 -0,25%; Nasdaq Comp. +0,24%.
Unternehmen
Der Laserspezialist LPKF hat seine Prognose gesenkt. Verzögerungen bei einem Solar-Großauftrag sowie später als erwartete Bestellungen im Segment „Advanced Packaging“, das zentraler Baustein für die zukünftige Wertentwicklung bleibt, belasten das laufende Jahr. Der Umsatz soll nun nur noch EUR 93 Mio. bis EUR 100 Mio. (zuvor: EUR 105 Mio. bis EUR 120 Mio.). Die bereinigte EBIT-Marge wird nun zwischen minus 7,0% und minus 2,5% erwartet (zuvor: minus 3% bis plus 4,5%).
Rohstoffe
Seit Mitternacht gilt für Benzin und Diesel in Deutschland ein kombinierter Steuernachlass von 16,7 Cent pro Liter. Es wird sich zeigen, wie vollständig dieser an die Verbraucher weitergegeben wird.
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