Gerresheimer: EBITDA springt um 50 Prozent - Vorjahr bleibt fern
Nach dem schwachen Jahresauftakt zeigt sich bei Gerresheimer im zweiten Quartal 2026 eine deutliche operative Erholung. Der Umsatz stieg gegenüber den ersten drei Monaten um 55 Millionen Euro auf 578 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA legte um 35 Millionen Euro auf 102 Millionen Euro zu. Damit verbesserte sich die EBITDA-Marge um fünf Prozentpunkte auf 17,6 Prozent. Der Vorjahresvergleich fällt allerdings weiterhin negativ aus: Im zweiten Quartal 2025 hatte Gerresheimer bei 614 Millionen Euro Umsatz ein bereinigtes EBITDA von 126 Millionen Euro erzielt. Für das gesamte erste Halbjahr 2026 stehen beim Düsseldorfer Unternehmen nach vorläufigen Zahlen 1,10 Milliarden Euro Umsatz nach angepassten 1,14 Milliarden Euro im Vorjahr sowie ein Rückgang des bereinigten EBITDA von 224 Millionen Euro auf 168 Millionen Euro zu Buche.
Die Entwicklung der Geschäftsbereiche bleibt unterschiedlich. Containment & Delivery Systems profitierte von der höheren Nachfrage nach Drug Delivery Devices und steigerte den Halbjahresumsatz von 591 Millionen Euro auf 604 Millionen Euro sowie das bereinigte EBITDA von 131 Millionen Euro auf 135 Millionen Euro. Deutlich schwächer verlief dagegen das Geschäft mit Primärverpackungen für Injektionspräparate: Bei Primary Injectable Solutions sank der Umsatz von 246 Millionen Euro auf 212 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA brach von 50 Millionen Euro auf 16 Millionen Euro ein. Insbesondere die geringere Nachfrage nach Standard-Injektionsfläschchen belastete die Kapazitätsauslastung. Auch Moulded Glass blieb mit 309 Millionen Euro Umsatz und 33 Millionen Euro bereinigtem EBITDA unter den Vorjahreswerten von 327 Millionen Euro beziehungsweise 63 Millionen Euro, zeigte im zweiten Quartal aber eine operative Stabilisierung.
„Das 2. Quartal 2026 ist wie erwartet stärker ausgefallen und liegt im Adjusted EBITDA mehr als 50 % über dem Vorquartal. Unser Transformationsprogramm gto beginnt zu greifen. Wir erwarten zudem kurzfristig den Abschluss des Verkaufs von Centor und der Verkaufsprozess von Primary Packaging Plastics schreitet planmäßig zügig voran. Entlang dieser Meilensteine stellen wir Gerresheimer durch die geplante neue Kapitalstruktur langfristig wieder auf eine absolut solide Basis”, sagt Wolf Lehmann, CFO der Gerresheimer AG.
Für die zweite Jahreshälfte erwartet Gerresheimer eine weitere Ergebnisverbesserung und eine Entspannung der Finanzlage. Eine wichtige Rolle spielt dabei der angekündigte Verkauf des US-Geschäfts Centor, dessen Vollzug nach Unternehmensangaben kurzfristig bevorsteht. Der Verkaufsprozess für Primary Packaging Plastics läuft ebenfalls weiter; hier wird der Abschluss im ersten Halbjahr 2027 erwartet. Die vorgelegten Halbjahreszahlen sind noch vorläufig und berücksichtigen keine Anpassungen für die zum Verkauf stehenden Geschäftsbereiche. Der finale Halbjahresbericht soll voraussichtlich Ende November veröffentlicht werden.
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