Bitcoin Group in den roten Zahlen: Neustart von bitcoin.de hängt an MiCAR-Lizenz
Die Bitcoin Group hat im ersten Halbjahr 2026 einen deutlichen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis verbucht. Die Erlöse fielen von 3,78 Millionen Euro auf 1,59 Millionen Euro, während sich der EBITDA-Verlust von 1,00 Millionen Euro auf 3,25 Millionen Euro ausweitete. Je Aktie entstand ein Verlust von 1,02 Euro nach 0,33 Euro im Vorjahreszeitraum. Neben der schwächeren Handelsaktivität an den Kryptomärkten belasteten Investitionen und der Personalaufbau für die Neuausrichtung des Unternehmens.
Auch der Wert der eigenen Krypto-Bestände ist deutlich gesunken. Zum 30. Juni bezifferte die Bitcoin Group ihren Netto-Krypto-Eigenbestand auf 199 Millionen Euro nach 293 Millionen Euro Ende 2025 und 356 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Der Bitcoin-Kurs war im ersten Halbjahr um rund 32 Prozent gefallen. Die liquiden Mittel der Bitcoin Group reduzierten sich seit Jahresende von 12,6 Millionen Euro auf 3,9 Millionen Euro, während die Eigenkapitalquote mit 71,8 Prozent nach 72,5 Prozent im Vorjahreszeitraum nahezu stabil blieb.
Im Mittelpunkt der Neuausrichtung steht der Neustart von bitcoin.de. Die vollständig neu entwickelte Handelsplattform einschließlich Website und Trading-App ist nach Angaben des Unternehmens aus Herford technologisch fertiggestellt und getestet. Aus dem bisherigen Peer-to-Peer-Marktplatz soll ein Broker mit mehr als 100 Kryptowährungen, Sparplänen, Krypto-Swaps und Dynamic Staking werden.
Der Kryptohandel auf bitcoin.de ist allerdings seit Ende Juni vorübergehend eingestellt, da das erforderliche Lizenzierungsverfahren nach den neuen europäischen Vorgaben noch nicht abgeschlossen ist. „Die wesentlichen Voraussetzungen, die in unserem eigenen Einflussbereich liegen, haben wir mit der Neuentwicklung von bitcoin.de geschaffen. Sobald die erforderliche regulatorische Grundlage vorliegt, werden wir mit einer technologisch grundlegend erneuerten Plattform in eine neue Entwicklungsphase von bitcoin.de starten”, so Moritz Eckert, Vorstandsvorsitzender der Bitcoin Group SE, am Dienstag.
Wann der Handel wieder starten kann, bleibt damit offen. Wegen der verzögerten Migration und der weiterhin unklaren zeitlichen Perspektive für die MiCAR-Lizenz erwartet die Bitcoin Group für 2026 einen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr und erneut ein negatives EBITDA. Hinzu kommen der erhöhte Investitionsbedarf bei der Tochter futurum bank und Belastungen aus dem verzögerten Re-Launch. Für die weitere Geschäftsentwicklung werden damit insbesondere der Zeitpunkt der Lizenzierung sowie die anschließende Migration bestehender und die Gewinnung neuer Kunden entscheidend.
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