Pyrum: Verlust steigt auf 7 Millionen Euro – Liquidität fällt deutlich
Pyrum Innovations hat im ersten Halbjahr 2026 den Umsatz um 37,6 Prozent von 1,27 auf 1,74 Millionen Euro gesteigert, blieb damit aber wie gestern bereits gemeldet aufgrund des verzögerten Hochlaufs der neuen Mahl- und Pelletieranlage hinter den eigenen Erwartungen zurück. „Nach aktuellem Kenntnisstand liegt die Einschränkung bei der Förderung des gemahlenen Materials aus dem Bunker in die nachgelagerten Prozessschritte. Der Lieferant unserer Mahl-und Pelletieranlage arbeitet an verschiedenen technischen Lösungsansätzen, um die Einschränkungen schnellstmöglich zu beheben und seine vertraglichen Pflichten gegenüber Pyrum zu erfüllen. Wir erwarten derzeit eine Verzögerung von wenigen Wochen”, sagt Pascal Klein, CEO der Pyrum Innovations AG.
Die Gesamtleistung sank zugleich von 6,71 auf 3,79 Millionen Euro, vor allem weil nach der Fertigstellung wesentlicher Anlagenteile deutlich weniger Eigenleistungen aktiviert wurden. Das EBITDA lag bei minus 4,36 Millionen Euro nach minus 2,36 Millionen Euro im Vorjahr. Bereinigt um damals enthaltene Investitionszuschüsse hatte der Vorjahreswert bei minus 4,37 Millionen Euro gelegen.
Beim EBIT weitete sich der Verlust von 3,94 auf 6,30 Millionen Euro aus; bereinigt um die Zuschusseffekte hatte Pyrum im Vorjahr ein EBIT von minus 5,95 Millionen Euro ausgewiesen. Unter dem Strich entstand im ersten Halbjahr 2026 ein Konzernverlust von 7,00 Millionen Euro. Gemeldet wird zudem der Rückgang der für Pyrum verfügbaren Liquidität: Sie sank von 17,01 Millionen Euro Ende 2025 auf 6,10 Millionen Euro zum 30. Juni 2026.
Nachtschichten in Dillingen
Bereits gestern hatte die Gesellschaft aus Dillingen /Saar die Prognose für 2026 gesenkt. Pyrum erwartet nun 4,2 bis 5,3 Millionen Euro Umsatz statt zuvor 6,5 bis 9,5 Millionen Euro und ein EBIT zwischen minus 10,0 und minus 12,5 Millionen Euro statt minus 8,0 bis minus 10,5 Millionen Euro. Die Mahl- und Pelletieranlage erreicht derzeit bis zu 1.250 Kilogramm pro Stunde und damit noch nicht das Ziel von 1.650 Kilogramm. Als Übergangslösung darf Pyrum die tägliche Produktionszeit vorübergehend von 16 auf 24 Stunden erhöhen. Die verlorene Produktionszeit lässt sich damit nach Unternehmensangaben allerdings nicht vollständig aufholen, zudem verursacht der Dreischichtbetrieb einschließlich Nachtarbeit höhere Kosten.
Fortschritte meldet Pyrum dagegen beim geplanten Recyclingwerk in Schweden. Projektpartner GreenTech Recycling Tires hat eine Förderzusage über 24 Millionen Euro erhalten. Gemeinsam planen die Unternehmen eine Thermolyseanlage mit einer jährlichen Recyclingkapazität von 22.700 Tonnen Altreifen. Umwelt-, Bau- und Betriebsanträge befinden sich in Prüfung, ein Grundstück wurde bereits gefunden. Pyrum erwartet, dass das Projekt spätestens im ersten Quartal 2027 weiter vorangetrieben wird.
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