Adidas Aktie: „Insider” kauft, Chart warnt
Bei der Adidas Aktie prallen aktuell zwei interessante Signale aufeinander. Auf der einen Seite ein charttechnischer Rückschlag, auf der anderen ein bemerkenswertes Vertrauensvotum aus der Chefetage. Am Donnerstag verlor der Kurs des Herzogenauracher Sportartikelkonzerns 2,56 Prozent auf 142,70 Euro und rutschte damit sogar unter das untere Bollinger-Band bei 143,94 Euro. Der DAX-Titel hat ein klares Verkaufssignal an der Unterstützung um 147,00/148,50 Euro ausgelöst, die zuvor Halt gegeben hatte. Ein positiver Aspekt aus dem gestrigen Handel bleibt aber: Der Schlusskurs lag mit 142,70 Euro deutlich über dem Tagestief von 139,35 Euro, die Verkäufer konnten ihren Vorteil also nicht bis zum Handelsende halten.
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Für Aufsehen sorgte parallel ein „Insiderkauf” an der Spitze des Konzerns. Adidas-Vorstandschef Björn Gulden griff am 10. September selbst zu und kaufte Aktien des eigenen Unternehmens im aggregierten Volumen von rund 503.935 Euro zu einem Durchschnittspreis von 139,98 Euro. Ein Kauf in dieser Größenordnung, ausgeführt mitten in die Kursschwäche hinein, ist ein Signal, das Anleger aufmerksam registrieren dürften. Der Vorstand setzt eigenes Geld genau dort ein, wo der Chart aktuell warnt. Ob dieses Vertrauensvotum den Kurs kurzfristig stützt, muss sich zeigen, ein charttechnisches Kaufsignal ersetzt es nicht.
Adidas Aktie: Unter 130 Euro wird es gefährlich
Nach unten führt die Adidas Aktie eine gestaffelte Reihe von Unterstützungen. Ein Rutsch unter das gestrige Tagestief wäre ein kleines Verkaufssignal. Vorgelagert stützt der Bereich um 135 Euro, die eigentlich starke Zone liegt aber bei 129,95/130,50 Euro, wo auch das 52-Wochen-Tief verläuft. Ein Bruch darunter würde das Gesamtbild massiv belasten und bei dann intaktem Abwärtstrend könnte eine solche Kursentwicklung sogar zweistellige Kurse ins Spiel bringen, im Extremfall bis zum Tief aus dem Jahr 2022 bei 93,40 Euro. Als Zwischenstationen auf dem Weg dorthin dienen die kleineren Haltemarken um 121,25 und 114,60 Euro. So weit ist es nicht, doch die Marke bei 130 Euro ist die Linie, die der Herzogenauracher Konzern unbedingt verteidigen muss.
Nach oben braucht der Sportartikelkonzern zunächst ein Entwarnungssignal. Ein stabiler Ausbruch über das gestrige Gap bei 144,65/145,95 Euro und zurück über die Zone 147,00/148,50 Euro wäre der erste Schritt, wobei um 150,70 Euro und an der 20-Tage-Linie eine weitere kleinere Hürde wartet. Gelingen diese Rückeroberungen stabil, öffnet sich Erholungspotenzial in Richtung der übrigen gleitenden Durchschnitte und der Widerstände bei 163,35/163,75 Euro sowie 169,50/170,30 Euro. Langfristig entstünden starke Kaufsignale allerdings erst mit Ausbrüchen über 188,80 Euro und die Zone 195,95/196,40 Euro, an der zugleich das 52-Wochen-Hoch liegt.
Adidas Aktie: Oszillatoren im Keller
Die Indikatorenlage ist zweischneidig. Die Oszillatoren tendieren nach dem jüngsten Rückgang klar in Richtung überverkauft, aus dem heraus technische Gegenbewegungen entstehen können - insbesondere mit dem „Insiderkauf” im Rücken. Der Stochastic RSI steht mit 12,37 zu 25,01 tief unten, der RSI notiert mit 30,37 an der überverkauften Schwelle und unter seiner Signallinie bei 36,63. Auf der Nachfrageseite hält sich ein Minus beim Kapitalfluss, der Chaikin Money Flow liegt bei -0,10, wobei das Minus zuletzt geringer wird.
Damit ist die Ausgangslage der Adidas Aktie klar umrissen: kurzfristig überverkauft und mit einem prominenten Insiderkauf im Rücken, charttechnisch aber angeschlagen und mit der 130-Euro-Zone als entscheidender Verteidigungslinie. Die kommenden Handelstage dürften zeigen, ob Guldens Kauf der Auftakt einer Stabilisierung war oder ob das Verkaufssignal die Oberhand behält.
Charttechnische Daten zur Adidas Aktie
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Letzter Aktienkurs | 142,70 Euro (Börse: XETRA) |
| 52 Wochen Tief / Hoch | 129,95 Euro / 196,40 Euro |
| Bollinger-Bands 20 (unten / oben) | 143,94 Euro / 158,40 Euro |
| EMA 20 | 151,17 Euro (BB-Basis) |
| EMA 50 | 158,92 Euro |
| EMA 200 | 163,51 Euro |
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