Dürr Aktie: BBS Automation muss die Wende liefern
mwb research sieht bei Dürr trotz der anhaltenden Probleme bei BBS Automation eine solide operative Basis und bestätigt die Kaufempfehlung für die Aktie des Konzern. Vor allem das Automotive-Kerngeschäft sorgt für Stabilität: Im zweiten Quartal stieg der Auftragseingang hier um 27,9 Prozent auf 517 Millionen Euro, während der Umsatz um 1,2 Prozent zulegte. Auch das schwächere Woodworking-Geschäft zeigt sich bei der Profitabilität robust. Trotz eines Umsatzrückgangs von 8,9 Prozent im ersten Halbjahr verbesserte sich die bereinigte EBIT-Marge im zweiten Quartal um 0,4 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent. Dürr selbst hält an den Zielen für 2026 fest.
Der zentrale Hebel für eine Neubewertung bleibt für mwb die Sanierung von BBS Automation. Während das Life-Science-Geschäft vergleichsweise stabil läuft, steht insbesondere der Bereich Mobility unter Druck. Mit dem Programm „Vector“ sollen rund 500 der insgesamt etwa 2.300 Stellen bei BBS wegfallen. Dürr rechnet hierfür mit Restrukturierungsaufwendungen von 40 Millionen Euro bis 50 Millionen Euro, die überwiegend im zweiten Halbjahr anfallen sollen, sowie mit einer Goodwill-Abschreibung von 90 Millionen Euro bis 100 Millionen Euro. Ab 2027 soll das Programm jährlich etwa 30 Millionen Euro einsparen.
Damit rückt die operative Entwicklung im zweiten Halbjahr in den Mittelpunkt. Um die Ziele für 2026 zu erreichen, muss sich die Profitabilität laut mwb deutlich verbessern. Helfen sollen ein günstigerer Geschäftsmix im Automotive-Bereich, erste Einsparungen bei BBS, die Projektpipeline bei Measuring and Process Systems sowie Kostendisziplin in der Verwaltung. Die Bilanz verschafft Dürr dabei Spielraum: Ende Juni lag die Nettoverschuldung bei 77,7 Millionen Euro beziehungsweise dem 0,3-Fachen des EBITDA, die verfügbare Liquidität bei 915 Millionen Euro. Der für 2026 erwartete Free Cashflow zwischen minus 150 Millionen Euro und null berücksichtigt unter anderem Restrukturierungszahlungen und zeitliche Verschiebungen bei Kundenzahlungen.
Die Schätzungen von mwb zeigen nach einem Übergangsjahr 2026 eine deutliche Ergebnisverbesserung bei Dürr. Für 2026 werden 4,127 Milliarden Euro Umsatz und ein Gewinn je Aktie von 0,75 Euro erwartet. 2027 sollen die Erlöse auf 4,312 Milliarden Euro und der Gewinn je Aktie auf 2,44 Euro steigen, 2028 auf 4,507 Milliarden Euro beziehungsweise 2,75 Euro. Bei der Dividende kalkuliert mwb mit 0,29 Euro je Dürr Aktie für 2026, 0,93 Euro für 2027 und 1,05 Euro für 2028.
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