Hensoldt Aktie: „Insiderverkauf“ wirkt nach - droht Absturz?
Seit dem fehlgeschlagenen Ausbruchsversuch Mitte August kommt die Hensoldt Aktie nicht mehr in Tritt. Am Widerstand bei 95,30/96,70 Euro scheiterte der Aktienkurs des Taufkirchener Sensor- und Radarspezialisten, nicht zuletzt wegen eines vielbeachteten „Insiderverkaufs“ an heikler charttechnischer Stelle: Hensoldts Aufsichtsrats-Vorsitzender Reiner Winkler trennte sich mitten im laufenden Anlauf von 10.000 Hensoldt-Aktien zu durchschnittlich 94,7079 Euro und einem Volumen von rund 947.000 Euro, praktisch punktgenau in der umkämpften und charttechnisch bedeutenden Zone. Seither ging es bergab. Von 96,70 Euro tauchte der Hensoldt-Kurs wieder unter die 20-Tage-Linie, markierte ein Korrekturtief bei 85,66 Euro, und die jüngsten Rebreak-Versuche an der 20-Tage-Linie scheiterten am Donnerstag und Freitag. Die Handelswoche auf XETRA schloss der TecDAX-Titel am Freitag mit 87,20 Euro und einem Tagesminus von 2,26 Prozent.
Die Indikatorenlage hat sich mit dem Rücksetzer eingetrübt. Auf der Nachfrageseite ist der Chaikin Money Flow mit -0,07 ins Minus gedreht, nachdem er zuvor noch knapp positiv war, ein Zeichen, dass der frühere Rückenwind fehlt. Auch das Momentum ist heraus: Der RSI notiert mit 49,99 exakt auf der neutralen Mitte, liegt mit seiner Signallinie bei 60,79 aber deutlich darunter, was die nachlassende Kraft unterstreicht. Der Stochastic RSI ist mit 8,17 zu 5,91 in den überverkauften Bereich abgesackt. Aus solchen Extremen heraus sind zwar technische Gegenreaktionen möglich, doch von der Stärke, die einen erneuten Angriff auf die Widerstandszone tragen würde, ist bei dem Rüstungswert derzeit nichts zu sehen.
Hensoldt Aktie: Diese Unterstützungen müssen jetzt halten
Nach unten rücken damit die Halte in den Fokus. Die erste stärkere Unterstützung bildet die Zone bei 83,40/85,36 Euro, in der neben dem bisherigen Korrekturtief auch die 50-Tage-Linie bei 84,32 Euro verläuft und die den Kurs gerade abzufangen versucht. Darunter folgt ein kleinerer Support um 82 Euro, ehe die 200-Tage-Linie bei 80,57 Euro als nächste Haltemarke greift. Ein Rutsch unter dieses Polster würde das Bild der Hensoldt Aktie stark eintrüben und den Blick Richtung 69,48/71,00 Euro und weiter zum starken Boden bei 63,18/64,80 Euro lenken.
Nach oben trennt die Hürde bei 95,30/96,70 Euro die Hensoldt Aktie weiter von einem Befreiungsschlag und einer möglichen Rückkehr in Richtung Allzeithoch. Ein nachhaltiger Sprung über die vorgelagerte Hürde um 91,26/91,72 Euro und vor allem 96,70 Euro, auf Schlusskursbasis abgesichert, würde die monatelange volatile Seitwärtsspanne auflösen, in der sich der Sensorspezialist zwischen dieser Zone und dem Boden bei 63,18/64,80 Euro bewegt. Darüber warten als nächste Ziele die frühere Topregion zwischen 107,00 und 108,90 Euro und schließlich das Allzeithoch bei 117,70 Euro. Bis zu einem solchen Befreiungsschlag bleibt der Weg für den Taufkirchener Konzern also weit, und zunächst muss die 20-Tage-Linie überhaupt erst zurückerobert werden.
Charttechnische Daten zur Hensoldt Aktie
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Letzter Aktienkurs | 87,20 Euro (Börse: XETRA) |
| 52 Wochen Tief / Hoch | 63,18 Euro / 117,70 Euro |
| Bollinger-Bands 20 (unten / oben) | 84,45 Euro / 96,00 Euro |
| EMA 20 | 90,22 Euro |
| EMA 50 | 84,32 Euro |
| EMA 200 | 80,57 Euro |
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