Hermle wächst und peilt oberes Ende der Prognose an
Hermle hat sich im ersten Halbjahr 2026 besser entwickelt als erwartet. Der Auftragseingang des Werkzeugmaschinen- und Automationsspezialisten aus Gosheim stieg um 16,1 Prozent auf 273,9 Millionen Euro, wobei die Bestellungen aus dem Ausland mit einem Plus von 18,1 Prozent überproportional zulegten. Der Auftragsbestand erhöhte sich seit Jahresende 2025 von 90,6 Millionen Euro auf 125,3 Millionen Euro. Beim Konzernumsatz verzeichnete der Konzern einen Anstieg um 7,9 Prozent auf 239,2 Millionen Euro. Nachfrageimpulse kamen unter anderem aus der Chipindustrie, der Luft- und Raumfahrt sowie dem Verteidigungsbereich, hinzu kamen größere Einzelprojekte und Aufträge von Start-ups.
Noch stärker fiel die Verbesserung beim Ergebnis aus. Das EBIT erhöhte sich von 15,3 Millionen Euro auf 25,6 Millionen Euro, das Ergebnis vor Steuern von 16,7 Millionen Euro auf 26,2 Millionen Euro. Der Periodenüberschuss erreichte 18,8 Millionen Euro nach 11,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Neben der besseren Kapazitätsauslastung wirkten sich ertragreiche Einzelprojekte, Veränderungen im Produktmix und Wechselkurseffekte positiv aus. Zusätzlich profitierte Hermle von der Auflösung einer Risikovorsorge für Kundenaufträge aus dem Start-up-Bereich. Der operative Cashflow stieg um 37,4 Prozent auf 27,2 Millionen Euro, die liquiden Mittel lagen Ende Juni bei 124,7 Millionen Euro.
Für das zweite Halbjahr rechnet Hermle allerdings mit einer nachlassenden Wachstumsdynamik. Neben einem anspruchsvolleren Vorjahresvergleich verweist das Unternehmen darauf, dass sich die starke Bestelltätigkeit aus neuen Industrien und dem Start-up-Umfeld nicht ohne Weiteres fortschreiben lässt. Zudem entfallen positive Sondereffekte aus dem ersten Halbjahr, während höhere Materialkosten und Währungsrisiken belasten könnten. Dennoch hält Hermle inzwischen das obere Ende der bisherigen Jahresprognose für erreichbar. Das würde für 2026 ein Umsatzwachstum von rund 10 Prozent und ein Konzernergebnis etwa auf dem Niveau des Vorjahres bedeuten.
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