Verve: US-Listing wird vorbereitet
Verve steigert den Umsatz im zweiten Quartal von 106,1 Millionen Euro auf 152,3 Millionen Euro. Daraus resultiert im ersten Halbjahr ein Umsatz von 289,5 Millionen Euro (Vorjahr: 215,2 Millionen Euro). Die organische Wachstumsdynamik im abgelaufenen Quartal verfehlt jedoch die Erwartungen von Verve. Werbeausgaben werden durch verschiedene Faktoren, u.a. US-Zölle und Ölpreise, belastet.
Dazu CEO Remco Westermann: „Q2 2026 war anspruchsvoller als erwartet, vor allem aufgrund makroökonomischen Gegenwinds und eines selektiveren Werbemarkts. Dadurch zogen die Werbeausgaben auf unserer Plattform langsamer an als erwartet.“ Die zweite Jahreshälfte soll jedoch stärker verlaufen.
Bei der Zahl der Kunden geht es um fast 36 Prozent auf 4.176 nach oben. Die Zahl der Werbeimpressionen sinkt um 9,5 Prozent auf 234 Milliarden. Ein erhoffter Push durch die Fußball-WM ist ausgeblieben.
Das EBITDA sinkt von April bis Juni von 27,0 Millionen Euro auf 20,9 Millionen Euro. Bereinigt steigt es um 0,6 Millionen Euro auf 30,1 Millionen Euro an. Das bereinigte EBIT geht von 22,8 Millionen Euro auf 18,6 Millionen Euro zurück. Netto werden bereinigt 6,9 Millionen Euro (Vorjahr: 6,5 Millionen Euro) verdient. Im ersten Halbjahr ergibt dies einen Gewinn von 13,1 Millionen Euro (Vorjahr: 13,3 Millionen Euro).
Für das Gesamtjahr rechnet Verve mit einem Umsatz von 680 Millionen Euro bis 730 Millionen Euro (2025: 602 Millionen Euro). Das bereinigte EBITDA wird bei 145 Millionen Euro bis 175 Millionen Euro (2025: 134 Millionen Euro) gesehen. Nach sechs Monaten liegt es bei 58,4 Millionen Euro. Mögliche Akquisitionen sind dabei nicht berücksichtigt. Für Akquisitionen will Verve in diesem Jahr 34 Millionen Euro ausgeben, wie auf einer Telefonkonferenz nach den Zahlen von CFO Christian Duus zu erfahren ist.
Duus spricht noch einen anderen Punkt an: „In der ersten Jahreshälfte 2026 hat Verve wichtige Schritte unternommen, um das Unternehmen auf eine mögliche Börsennotierung in den USA vorzubereiten. Dazu zählen insbesondere die Verlegung des Unternehmenssitzes von Schweden nach Irland, die Erstellung der erforderlichen Finanzdokumentation gemäß den Standards des Public Company Accounting Oversight Board (PCAOB) sowie die Vorbereitung der Berichterstattung in USD.“
In der Telefonkonferenz erläutert Duus, dass der Umzug nach Irland offiziell Anfang Oktober erfolgen wird. Dies ist eine Voraussetzung für das direkte US-Listing. Noch ist ein solches Listing nicht offiziell entschieden, doch die Vorzeichen sind klar. Beide Vorstände bestätigen, dass ein solches Listing Sinn machen würde, auch um US-Investoren direkter anzusprechen. Frühestens am Jahresende könnte das Listing erfolgen, doch es gibt zuvor noch einige Hausaufgaben zu machen, viele Aspekte müssen berücksichtigt werden. Dazu zählen auch das Marktumfeld und die Sektorentwicklung. Ein weiteres wichtiges Detail: Ab Januar soll das Reporting auch in Dollar erfolgen, wie Westermann erklärt.
Die Aktien von Verve geben im XETRA-Handel auf Schlusskursbasis 20,4 Prozent auf 1,083 Euro nach. In den vergangenen zwölf Monaten ergibt sich ein Minus von 43 Prozent.
4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen
Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.

