Lufthansa: Klare Ziele für 2030
Die Umsätze der Lufthansa basieren auf vier Säulen. Insgesamt erwirtschaftete der Konzern im vergangenen Jahr einen Umsatz von 39,6 Milliarden Euro bei einer bereinigten EBIT-Marge von 4,9 Prozent. Größter Umsatzbringer sind die Network Airlines (Lufthansa, Swiss, Brussels, Austrian und seit wenigen Monaten ITA) mit einem Umsatz von 27,6 Milliarden Euro in 2025 und einer bereinigten EBIT-Marge von 3,4 Prozent.
Die Point-to-Point Airlines, vor allem Eurowings, kommen auf 3,1 Milliarden Euro bzw. 4,3 Prozent. Der Bereich Logistics, also vor allem der Cargo-Bereich, trägt 3,4 Milliarden Euro zum Umsatz bei, die Marge steht bei 9,5 Prozent. Abgerundet wird dies vom Bereich MRO (Maintenance, Repair, Overhaul), hinter dem die Technik steht. 8 Milliarden Euro werden mit einer Marge von 7,5 Prozent erwirtschaftet. Etwa jedes fünfte Flugzeug weltweit wird von den Technikern der Lufthansa gewartet. Das sind rund 5.000 Geschäftsflugzeuge.
In der LH Flotte befinden sich Ende 2025 782 Flugzeuge, die im vergangenen Jahr rund 135 Millionen Passagiere zu mehr als 300 Destinationen weltweit befördert haben. Bis 2030 soll die Zahl der Flugzeuge auf 814 ansteigen. Gleichzeitig soll die Zahl der Langstreckenmodelle von derzeit 13 auf 6 bis 9 sinken. Damit einher gehen niedrigere Kosten. Pro neuem Langstrecken-Flieger kann die LH im Schnitt das EBIT um 10 Millionen Euro verbessern, wie IR-Manager Marc Nettesheim auf einer virtuellen Konferenz von mwb research ausführt. Hier spielt der geringere Kerosin-Verbrauch ebenso eine Rolle wie niedrigere Wartungskosten oder größere Frachträume.
Für das laufende Jahr rechnet die Fluggesellschaft mit einem bereinigten EBIT von 1,7 Milliarden Euro bis 2,2 Milliarden Euro (2025: 2,0 Milliarden Euro). Der bereinigte freie Cashflow soll von 1,2 Milliarden Euro auf rund 900 Millionen Euro sinken. Bei der Dividende bleibt es bei der bisherigen Ausschüttungsquote. 20 Prozent bis 40 Prozent des Gewinns sollen an die Aktionäre gehen. Zuletzt lag die Quote bei 30 Prozent.
Langfristig, d.h. bis spätestens 2030, strebt die größte europäische Fluggesellschaft eine Marge von 8 Prozent bis 10 Prozent an. Der bereinigte freie Cashflow soll auf 2,5 Milliarden Euro steigen. An der Ausschüttungsquote will man nicht rütteln.
In der Fragerunde nach der Präsentation des IR-Managers werden zwei Dinge deutlich. Der früher einmal angedachte (Teil-)Börsengang der Techniksparte liegt auf Eis. Man will am aktuellen Zustand derzeit nichts ändern. Für die fernere Zukunft möchte man aber einen solchen Schritt nicht völlig ausschließen. Derzeit dreht sich aber alles um die Weiterentwicklung des Bereichs.
Und eine klare Absage gibt es zu der Frage eines Teilnehmers, ob Wizzair ein potenzielles Übernahmeziel sei. Vielmehr, und das ist schon länger bekannt, bemüht sich die Lufthansa und den Einstieg bei TAP Portugal. So soll vor allem das Engagement in Südamerika ausgeweitet werden.
Die Aktien der Lufthansa gewinnen 2,8 Prozent auf 8,006 Euro. In den vergangenen sechs Monaten hat das Papier rund 12 Prozent nachgegeben.
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