Volkswagen Aktie: Lohnt der Griff ins gefallene Messer?
Autoaktien will an der Börse derzeit kaum jemand anfassen. Die tiefen Probleme der deutschen Hersteller lasten schwer auf der gesamten Branche, und auch die Volkswagen Vorzugsaktie hat davon reichlich abbekommen. Für antizyklische Anleger stellt sich damit die Frage, ob im Ausverkauf nicht längst die Chance steckt. Der Chart der DAX-notierten VW Vz. Aktie liefert dafür immerhin einen ersten möglichen Anhaltspunkt: Seit Anfang Juli hat sich der Kurs des Wolfsburger Konzerns stabilisiert. Zuletzt ging der Anteilschein mit 74,84 Euro und einem Plus von 2,52 Prozent aus dem Handel, vorbörslich zeigt er sich heute Morgen mit 75,22 Euro etwas fester. Bei 69,20/70,44 Euro hat sich in den vergangenen Wochen eine tragfähige Unterstützung gebildet, hier liegt das 52-Wochen-Tief.
Der spannendste Punkt spielt sich auf der Nachfrageseite ab, verlangt aber Vorsicht. Der Chaikin Money Flow, seit März teils massiv im negativen Bereich, hat sich wieder bis an die Nulllinie herangearbeitet und steht aktuell bei 0,01. Das sieht nach einer beginnenden Wende beim Kapitalfluss aus, ist aber noch keine. Genau ein solches Bild gab es bereits im April, Kurs-Stabilisierung oberhalb von 82,66 Euro mit einem erholten Chaikin, und damals folgte keine Erholung, sondern die nächste Abwärtsbewegung auf 69,20 Euro. Für die Volkswagen Aktie heißt das: Die Annäherung an die Nulllinie ist eine notwendige, aber längst keine hinreichende Bedingung für den Turnaround. Sie ist eine von mehreren Ebenen und sie muss sich erst bestätigen. Die Oszillatoren geben ein gemischtes Bild: Der RSI steht mit 50,33 exakt auf der neutralen Mitte und knapp über seiner Signallinie bei 48,83, während der Stochastic RSI mit 26,55 zu 21,25 im unteren Bereich dreht und dort noch Luft nach oben ließe. Ein klares Kaufsignal ist dies noch nicht, es könnte aber eins werden.
VW Vz. Aktie: Eine dichte Hürdenfolge nach oben
Nach oben hat sich seit Anfang Juli parallel zur Unterstützung ein klarer Widerstand herausgebildet. Die erste Hürde für die Volkswagen-Vorzüge liegt bei 76,96/77,20 Euro, wobei knapp darunter die fallende 50-Tage-Linie bei 76,71 Euro verläuft und den Deckel zusätzlich abstützt. Direkt darüber folgt die Zone am Jahrestief von 2024 bei 78,86/79,38 Euro und anschließend der Bereich zwischen 81,68 und 84,36 Euro, in dem zudem das nach wie vor offene Abwärtsgap bei 81,36/83,56 Euro liegt. Erst wenn der Wolfsburger Konzern diese gestaffelten Marken und die fallende 200-Tage-Linie bei 86,48 Euro sowie die hier liegenden alten Widerstände bei 86,36/86,40 Euro hinter sich lässt, hellt sich das Chartbild wirklich auf, und die Chancen auf eine deutliche Kurserholung wüchsen spürbar. Bis dahin haben die Bullen viel zu tun, ein erster echter Lichtblick wäre aber ein Ausbruch aus der Seitwärtsbewegung der letzten Wochen nach oben.
Nach unten bleibt die Zone bei 69,20/70,44 Euro der entscheidende Halt für die VW Aktie. Solange dieser Bereich steht, bleibt die Stabilisierungsphase und damit die antizyklische Erholungschance intakt. Ein stabiler Rutsch unter 69,20 Euro wäre dagegen ein baisse-bestätigendes Verkaufssignal, das die Bodenbildung zunichtemachen und den Blick weiter nach unten öffnen würde. Damit ist die Ausgangslage klar umrissen: Oben eine dichte Wand aus Widerständen, unten eine Marke, die nicht fallen darf. Für Antizykliker liegt der Reiz gerade in dieser Zuspitzung, das Risiko aber ebenso.
Charttechnische Daten zur VW Vz. Aktie
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Letzter Aktienkurs | 74,84 Euro (Börse: XETRA) |
| 52 Wochen Tief / Hoch | 69,20 Euro / 109,15 Euro |
| Bollinger-Bands 20 (unten / oben) | 71,13 Euro / 77,75 Euro |
| EMA 20 | 74,44 Euro |
| EMA 50 | 76,71 Euro |
| EMA 200 | 86,48 Euro |
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