Börse am Morgen: Carlsberg, DocMorris, Heidelberger Druck, Münchener Rück, Börsentermine - Nord/LB
Die Inflationsrate im Euroraum ist im Juli auf 2,9% gestiegen, nach 2,8% im Juni. In der EU erhöhte sie sich von 2,9% auf 3,0%. Die niedrigsten Teuerungsraten verzeichneten Schweden (0,3%), Tschechien (1,3%) sowie Dänemark und Ungarn (je 1,6%), während Rumänien (8,2%), Litauen (5,4%) sowie Zypern und Bulgarien (je 4,4%) die höchsten Werte aufwiesen. Haupttreiber der Inflation im Euroraum waren Dienstleistungen (m/m +1,6%) und Energie (m/m +0,9%).
Der reale Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland ist im Juni gegenüber Mai um 0,8% gestiegen und lag 9,3% über dem Vorjahresniveau. Treiber waren vor allem die Hersteller von Datenverarbeitungs-, elektronischen und optischen Erzeugnissen (+4,6%) sowie der Maschinenbau (+0,9%). Die Inlandsaufträge nahmen um 1,2%, die Auslandsaufträge um 0,6% zu. Bei Investitionsgütern erhöhte sich der Auftragsbestand um 0,9%, bei Konsumgütern um 3,2%, während er bei Vorleistungsgütern leicht um 0,2% sank. Die Reichweite des Auftragsbestands blieb insgesamt unverändert bei 8,9 Monaten.
Tagesausblick
Heute liefern zunächst die deutschen Erzeugerpreise einen weiteren Prüfstein für den vorgelagerten Preisdruck. Unsere Prognose lässt dabei noch keine schnelle Entspannung auf Produzentenseite erwarten. Am Nachmittag kommen mit den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe und dem Philadelphia-Index wichtige Signale aus den USA hinzu. Sollte sich der Philadelphia-Index nach dem sehr starken Vormonatswert nur moderat abschwächen, würde dies weiterhin für eine robuste konjunkturelle Verfassung in den Vereinigten Staaten sprechen. Unternehmensseitig könnten nach Xetra-Schluss noch die Q2-Zahlen von CTS Eventim einen Blick wert sein.
Renten- und Aktienmärkte
Nach den jüngsten deutlichen Verlusten konnten sich die Anleihemärkte gestern stabilisieren. In den USA kam es sogar zu spürbaren Renditerückgängen, nachdem das dortige Finanzministerium unerwartet die Erhöhung der Rückkäufe langlaufender Anleihen angekündigt hatte.
Diese Nachricht aus den USA sorgte auch für Entspannung an den Aktienmärkten, erhöhte die Risikobereitschaft der Anleger allerdings nur leicht. Gegenwind kam am späten Abend von den Fed-Protokollen zur Juli-Sitzung, die einen gewissen Trend zu einer Zinsanhebung der US-Zentralbank zeigten. Aktien von Moderna explodierten (+176%) nach positiven Studienergebnissen und zogen den Gesundheitssektor mit. DAX -0,14%; MDAX -0,05%; TecDAX +0,18%; Dow Jones +0,23%; S&P 500 +0,21 %; Nasdaq Comp. +0,16 %.
Unternehmen
Die Münchener Rück übernimmt das US-Insurtech At-Bay für USD 575 Mio. Das 2017 gegründete Unternehmen versichert vor allem kleine und mittelständische Firmen gegen Cyberangriffe. Aufgrund des zunehmenden Preisdrucks in der Rückversicherung bauen die Münchener ihr Spezialversicherungsgeschäft weiter aus.
Heidelberger Druck setzt seinen Umbau fort und steigt in die Bereiche Drohnenabwehr sowie Energiespeicher ein. Trotz eines schwachen Starts in das GJ 2026/27 bestätigte das Unternehmen seine Prognose eines stabilen Umsatzes und einer verbesserten operativen Marge. In Q1 sank der Umsatz auf EUR 404 Mio. (Vj.: EUR 466 Mio.), der Nettoverlust weitete sich auf EUR 32 Mio. (Vj.: EUR 11 Mio.) aus. Die bereinigte EBITDA-Marge brach auf 0,2% (Vj.: 4,4%) ein.
Dank des Booms bei E-Rezepten konnte DocMorris den Umsatz in H1 deutlich um 12,5% auf CHF 627,8 Mio. steigern und den bereinigten operativen Verlust (EBITDA) auf CHF 10,9 Mio. mehr als halbieren. Das Management hob die Jahresziele an und erwartet für das GJ 2026 nun ein Umsatzplus von 9% bis 13% sowie einen operativen Verlust zwischen CHF 10 Mio. und CHF 17,5 Mio.
Im ersten Halbjahr blieb Carlsberg bei Absatz, Umsatz und Gewinn hinter den Erwartungen zurück. Belastend wirkten vor allem die schwache Nachfrage und Unwetter in China, dem wichtigsten Einzelmarkt des Konzerns. Dennoch zeigt sich das Unternehmen für das Gesamtjahr optimistischer und erhöht die Prognose für das organische Betriebsgewinnwachstum auf 4% bis 6%. Rückenwind liefern vor allem schneller als erwartete Synergien aus der Britvic-Übernahme im vergangenen Jahr. Bereits 2026 sollen rund die Hälfte der geplanten Einsparungen realisiert werden.
Devisen und Rohstoffe
Die Nachricht über eine Ausweitung der Anleiherückkäufe belastete den USD und ließ den EUR auf bis zu USD 1,1677 klettern.
Die unklare Situation im Nahen Osten ließ die Ölpreise weiter steigen.
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen
Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.

