Moderna Aktie explodiert: Krebsimpfstoff besteht entscheidende Studie
Die Moderna Aktie schießt am Mittwoch im US-vorbörslichen Handel um rund 85 Prozent nach oben, während die Merck Aktie etwa 7 Prozent gewinnt. Auslöser sind positive Phase-3-Daten für die gemeinsam entwickelte individualisierte Krebstherapie Intismeran Autogene in Kombination mit Mercks Krebsmedikament Keytruda. In der Studie INTerpath-001 mit Patienten mit vollständig entferntem Melanom der Stadien IIB bis IV erreichte die Kombination sowohl den primären Endpunkt beim rezidivfreien Überleben als auch den wichtigen sekundären Endpunkt beim fernmetastasenfreien Überleben.
Die Kombinationstherapie zeigte in beiden Endpunkten statistisch signifikante und klinisch relevante Verbesserungen gegenüber einer alleinigen Behandlung mit Keytruda. Damit liefert erstmals eine individualisierte Neoantigen-Therapie positive Ergebnisse aus einer Phase-3-Studie. Zugleich handelt es sich um den ersten Phase-3-Erfolg einer mRNA-basierten Krebstherapie. Konkrete Daten zur Größenordnung des Behandlungseffekts haben Moderna und Merck mit den Topline-Ergebnissen allerdings noch nicht veröffentlicht. Die Studie läuft weiter, um unter anderem Daten zum Gesamtüberleben zu erheben.
Phase-2-Daten hatten bereits deutlichen Vorteil gezeigt
Intismeran wird individuell anhand der Mutationen im Tumor eines Patienten hergestellt und soll das Immunsystem darauf trainieren, entsprechende Krebszellen zu erkennen und anzugreifen. Frühere Phase-2b-Daten hatten bereits auf einen deutlichen Effekt hingewiesen: Nach fünf Jahren war das Risiko eines Rückfalls oder Todes unter Intismeran plus Keytruda gegenüber Keytruda allein um 49 Prozent reduziert, das Risiko von Fernmetastasen oder Tod um 59 Prozent. In der nun gemeldeten Phase-3-Studie wurden nach Angaben der Unternehmen keine neuen Sicherheitssignale festgestellt.
Merck und Moderna wollen die detaillierten Phase-3-Ergebnisse auf einem internationalen medizinischen Kongress präsentieren und mit den Zulassungsbehörden über entsprechende Anträge sprechen. Parallel läuft das INTerpath-Entwicklungsprogramm mit insgesamt neun Phase-2- und Phase-3-Studien unter anderem bei Melanomen, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, Blasenkrebs und Nierenzellkarzinomen.
Der besonders heftige Kurssprung bei Moderna folgt damit auf einen klinischen Meilenstein für eine Technologie, deren kommerzieller Wert im Onkologiebereich bisher noch nicht durch einen Phase-3-Erfolg bestätigt war.
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