Flughafen Wien: CEO mahnt „dringend Änderungen bei den EU-Regulierungen” an
Die Flughafen Wien AG hat im ersten Halbjahr 2026 trotz nahezu stagnierender Umsätze mehr verdient. Die Erlöse stiegen lediglich um 0,9 Prozent auf 529,3 Millionen Euro. Das EBITDA erhöhte sich dagegen um 7,3 Prozent auf 227,1 Millionen Euro, das EBIT um 9,1 Prozent auf 159,4 Millionen Euro. Unter dem Strich verbesserte der österreichische Flughafenbetreiber den Halbjahresgewinn um 7 Prozent auf 123,2 Millionen Euro. Dazu trugen neben Kosteneinsparungen auch Sondereffekte bei. Der operative Cashflow bei Flughafen Wien ging hingegen von 157,1 Millionen Euro auf 147 Millionen Euro zurück, unter anderem aufgrund höherer Steuerzahlungen sowie des Abbaus von Verbindlichkeiten und Rückstellungen.
Beim Passagieraufkommen zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen Wien und den Auslandsbeteiligungen. Am Standort Wien sank die Zahl der Reisenden im ersten Halbjahr um 3,2 Prozent auf 14,27 Millionen. Malta legte dagegen um 15,6 Prozent auf 5,25 Millionen Passagiere zu, Kosice sogar um 43,5 Prozent auf rund 460.000. Damit kam die gesamte Flughafen-Wien-Gruppe auf knapp 20 Millionen Fluggäste und ein Plus von 1,9 Prozent. Auch im Juli setzte sich dieses Bild fort: In Wien ging das Passagieraufkommen um 4,7 Prozent zurück, während Malta und Kosice zweistellig wuchsen.
„Trotz eines schwierigen Marktumfelds mit hohen Standortkosten, der seit 1.1.2026 wirksamen Tarifabsenkung, Reduktion des Low-Cost-Angebots in Wien-Schwechat sowie der Ausfälle durch den Nahost-Konflikt entwickelt sich die Flughafen-Wien-Gruppe im ersten Halbjahr 2026 solide”, sagt Günther Ofner, Vorstand der Flughafen Wien AG. „Im internationalen Vergleich fällt der Luftfahrtstandort Österreich aber zurück, wie die Entwicklungen bei Airlines und Airports in Österreich und in ganz Europa im Vergleich zu großen Wachstumsmärkten, wie China, Indien und den USA, zeigen. Wenn Europa und Österreich nicht den Anschluss verlieren sollen, braucht es dringend Änderungen bei den wettbewerbsverzerrenden EU-Regulierungen im Luftverkehr, Verwaltungsvereinfachungen bei Infrastrukturvorhaben und eine grundsätzlich stärkere Orientierung hin zu Wachstum und Innovation”, so der Manager
Prognose für 2026 leicht angehoben
Für das Gesamtjahr hat der Flughafen Wien seine Erwartungen leicht verbessert. Für die Gruppe werden nun rund 42,5 Millionen Passagiere erwartet, für Wien selbst rund 30,5 Millionen. Beim Umsatz rechnet das Unternehmen mit etwa 1,08 Milliarden Euro, beim EBITDA mit rund 425 Millionen Euro. Das Periodenergebnis vor Minderheiten soll rund 220 Millionen Euro erreichen, nach Minderheiten werden etwa 190 Millionen Euro erwartet. Gleichzeitig investiert der Konzern kräftig: Im ersten Halbjahr flossen 150,8 Millionen Euro in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Immobilien, davon 59,6 Millionen Euro in die Terminal-3-Süderweiterung in Wien.
Der österreichische Heimatmarkt bleibt damit der Schwachpunkt der aktuellen Entwicklung. Von Januar bis Juli sank das Passagieraufkommen in Wien um 3,5 Prozent, während die Gruppe dank Malta und Kosice insgesamt um 1,6 Prozent wuchs. Das Management führt die Entwicklung in Wien unter anderem auf das reduzierte Low-Cost-Angebot, hohe Standortkosten und Auswirkungen des Nahost-Konflikts zurück und fordert eine Abschaffung oder deutliche Senkung der österreichischen Flugabgabe.
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