Energiekontor: Jetzt muss das zweite Halbjahr liefern
Energiekontor hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr umgesetzt, die für das Gesamtjahr entscheidenden Ergebnisbeiträge stehen jedoch wie saisonal beim Bremer Windenergiekonzern üblich noch aus. Der Konzernumsatz stieg um 31,4 Prozent auf 99,9 Millionen Euro, während die Zahl laufender Projekte die Gesamtleistung auf 182,8 Millionen Euro steigen ließ. Gleichzeitig sorgten die Bauaktivitäten für höhere Materialaufwendungen. Das EBIT sank dadurch von 39,3 Millionen Euro auf 10,1 Millionen Euro. Unter dem Strich fiel nach einem Gewinn von 24,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum nun ein Verlust von 5,3 Millionen Euro an. Das Ergebnis je Energiekontor Aktie verschlechterte sich entsprechend von 1,72 Euro auf minus 0,38 Euro.
Für das norddeutsche Erneuerbare-Energien-Unternehmen ist diese Zwischenbilanz aufgrund des projektorientierten Geschäfts allerdings nur bedingt aussagekräftig, da mehrere für 2026 geplante Verkäufe und Projektübergaben erst in der zweiten Jahreshälfte ergebniswirksam werden sollen. Wie intensiv Energiekontor derzeit an der Umsetzung seines Projektbestands arbeitet, zeigt sich im Segment Projektierung und Verkauf. Dort stiegen die externen Umsätze um 46 Prozent auf 63,2 Millionen Euro, gleichzeitig führten die hohe Bautätigkeit und entsprechende Aufwendungen zu einem Segment-EBT von minus 12,9 Millionen Euro.
Hohe Umsetzungs- und Bautätigkeit bei Energiekontor
„Das erste Halbjahr 2026 war operativ von einer sehr hohen Umsetzungs- und Bautätigkeit geprägt. Mit vier in Betrieb genommenen Windparks, drei Financial Closes, dem weiteren Ausbau unseres Eigenbestands sowie einer weiterhin starken Projektpipeline haben wir wichtige Voraussetzungen für die weitere Unternehmensentwicklung geschaffen”, sagt Peter Szabo, Vorstandsvorsitzender der Energiekontor AG. Ende Juni befanden sich 20 Projekte mit insgesamt 609 MW im Bau, darunter 227 MW für den eigenen Bestand. Hinzu kommen 33 bereits genehmigte Projekte mit rund 1,2 GW Leistung. Für den weiteren Jahresverlauf sind insbesondere die Übergaben der bereits 2025 verkauften Windparks Elsdorf-Frankeshoven und Elsdorf-Tollhausen vorgesehen.
„Gerade in einem anspruchsvollen Marktumfeld profitieren wir von der Breite unserer Projektpipeline, dem kontinuierlich ausgebauten Eigenbestand und der Flexibilität unseres Geschäftsmodells”, so Szabo am Donnerstag.
Prognose wird bestätigt
Deutlich besser entwickelte sich das Geschäft mit den eigenen Wind- und Solarparks. Dessen Umsatz erhöhte sich um 12,4 Prozent auf 34,5 Millionen Euro, das Segment-EBT legte von 4,8 Millionen Euro auf 7,0 Millionen Euro zu. Neben dem Ausbau des Portfolios halfen bessere Windverhältnisse als im außergewöhnlich schwachen Vorjahreszeitraum. Die Stromproduktion stieg entsprechend von rund 287 auf 329 Gigawattstunden. Ende Juni verfügte Energiekontor über 41 eigene Wind- und Solarparks mit insgesamt rund 461 MW. Gleichzeitig bleibt der Vorrat für weitere Projekte groß: Die gesicherte Pipeline umfasst ohne die US-Projektrechte rund 11,3 GW, davon befinden sich etwa 3,0 GW bereits in fortgeschrittenen Entwicklungsphasen.
Für die Jahresprognose kommt es nun vor allem darauf an, dass die für das zweite Halbjahr vorgesehenen Meilensteine erreicht werden. Energiekontor hält an der Erwartung eines Konzern-Vorsteuergewinns von 40 bis 60 Millionen Euro fest, knüpft diese aber insbesondere an mehrere Ready-to-build-Verkäufe in Großbritannien und die planmäßige Inbetriebnahme der bereits veräußerten deutschen Windprojekte. Bei den britischen Projekten spielen zudem die im Zuge der Netzreform erwarteten Netzanschlussangebote eine wichtige Rolle, die bis Mitte September Klarheit über Termine und Kosten bringen sollen. Ein Kaufvertrag für ein britisches Projekt ist bereits abgeschlossen, weitere Verhandlungen laufen. Szabo: „Nun gilt es, die geschaffenen Voraussetzungen im weiteren Jahresverlauf in entsprechende Ergebnisbeiträge zu überführen.”
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