SMA Solar: Volle Auftragsbücher verändern das Bild
SMA Solar kommt im ersten Halbjahr 2026 beim Umsatz zwar kaum vom Fleck, es zeigt sich allerdings eine Verschiebung im Geschäft. Die Erlöse liegen mit 686,6 Millionen Euro nahezu auf dem Vorjahreswert von 684,9 Millionen Euro, wobei Rückerstattungen von US-Zöllen den Umsatz um 22,3 Millionen Euro minderten. Large Scale & Project Solutions blieb mit 542,1 Millionen Euro unter dem Vorjahresniveau, während Home & Business Solutions den Umsatz auf 144,5 Millionen Euro erhöhte und den Rückgang der anderen Sparte mehr als ausgleichen konnte. Für die zweite Jahreshälfte rechnet SMA in beiden Bereichen mit einer höheren Umsatzentwicklung beziehungsweise Projektrealisierung.
Beim Ergebnis machen sich neben der operativen Entwicklung auch mehrere Sonderfaktoren bemerkbar. Vor Sondereffekten erreichte SMA ein EBITDA von 65,9 Millionen Euro nach 50,3 Millionen Euro im Vorjahr. Einschließlich positiver Effekte unter anderem aus der Verwertung zuvor wertberichtigter Vorräte und den US-Zollrückerstattungen wurden 88,3 Millionen Euro erzielt. Das EBIT lag bei 62,4 Millionen Euro nach minus 19,0 Millionen Euro zuvor, unter dem Strich weist SMA Solar einen Gewinn von 72,8 Millionen Euro beziehungsweise 2,10 Euro je SMA Solar Aktie aus. Im Vorjahreszeitraum waren noch 42,4 Millionen Euro Verlust beziehungsweise minus 1,22 Euro je Aktie angefallen. Der Free Cashflow erhöhte sich von 65,5 Millionen Euro auf 71,8 Millionen Euro.
„Das Marktumfeld war im ersten Halbjahr weiterhin von einem intensiven Wettbewerb und geopolitischen Unsicherheiten geprägt. Gleichzeitig geben die Wachstumstreiber unserer Branche eine klare Richtung vor: Durch den steigenden Anteil erneuerbarer Energien rücken Flexibilität und Netzstabilität in den Mittelpunkt. Die Kopplung von Photovoltaik und Batteriespeichern leistet genau das und wird zum Standard. Nicht zuletzt durch Rechenzentren und KI-Anwendungen wächst der Strombedarf und erhöht weltweit die Nachfrage nach verlässlicher, nachhaltiger Energie ”, sagt Jürgen Reinert, Vorstandsvorsitzender SMA.
Für die kommenden Quartale liefert vor allem die Auftragslage eine Grundlage. Nach einem Rekordauftragseingang bei Large Scale & Project Solutions im zweiten Quartal ist der Auftragsbestand binnen eines Jahres von 1,16 Milliarden Euro auf 1,75 Milliarden Euro gestiegen. Davon entfallen 1,43 Milliarden Euro auf das Produktgeschäft. Gleichzeitig erhöhte sich die Nettoliquidität seit Ende 2025 von 176,4 Millionen Euro auf 244,6 Millionen Euro. SMA erwartet für Large Scale & Project Solutions im zweiten Halbjahr insbesondere in der Region EMEA mehr Projektrealisierungen; bei Home & Business Solutions soll der höhere Auftragseingang aus dem zweiten Quartal in zusätzliche Umsätze münden.
Bereits am 16. Juli hatte der Vorstand die Prognose für 2026 angehoben und bestätigt die neuen Zahlen am Donnerstag. SMA Solar erwartet nun einen Jahresumsatz zwischen 1,625 Milliarden Euro und 1,725 Milliarden Euro nach 1,516 Milliarden Euro im Jahr 2025. Beim EBITDA liegt die neue Zielspanne zwischen 180 Millionen Euro und 230 Millionen Euro, nachdem 2025 ein EBITDA von minus 65,4 Millionen Euro angefallen war. In der Prognose des Unternehmens aus Niestetal bei Kassel berücksichtigt sind die derzeit bekannten handels- und geopolitischen Rahmenbedingungen sowie die veränderte Risikolage bei Zöllen und Wechselkursen.
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