ProCredit: Kreditgeschäft wächst – höhere Risikovorsorge drückt den Gewinn
Die ProCredit-Gruppe hat ihr Kreditgeschäft im ersten Halbjahr 2026 ausgebaut. Das Kreditportfolio der Bank, die sich operativ vor allem auf Südost- und Osteuropa fokussiert, wuchs seit Jahresbeginn um 8 Prozent beziehungsweise 617 Millionen Euro auf 8,37 Milliarden Euro und überschritt damit erstmals die Marke von 8 Milliarden Euro. Das Wachstum konzentrierte sich insbesondere auf kleinere und ertragreichere Kundensegmente. Parallel erhöhte sich die Zahl der aktiven Kunden um rund 27.000 beziehungsweise 8,2 Prozent. Die Kundeneinlagen nahmen um 201 Millionen Euro auf 9,34 Milliarden Euro zu.
Das höhere Kreditvolumen machte sich im Zinsergebnis von ProCredit bemerkbar. Der Zinsüberschuss erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11,6 Prozent auf 191,3 Millionen Euro, während die Nettozinsmarge auf 3,3 Prozent stieg. Insgesamt legte der operative Ertrag um 6,6 Prozent auf 227,2 Millionen Euro zu. Dem standen höhere Personal- und Verwaltungsaufwendungen von 161,7 Millionen Euro nach zuvor 151,1 Millionen Euro sowie eine Risikovorsorge von 9,0 Millionen Euro nach lediglich 0,3 Millionen Euro im Vorjahr gegenüber. Das Konzernergebnis sank dadurch von 47,0 Millionen Euro auf 38,5 Millionen Euro, die annualisierte Eigenkapitalrendite von 9,0 auf 6,7 Prozent. Der Anteil notleidender Kredite blieb mit 2,9 Prozent nahezu unverändert.
Für das Gesamtjahr bestätigt ProCredit die Prognose. Der Vorstand erwartet für die fortgeführten Geschäftsbereiche weiterhin ein Kreditwachstum von 12 bis 15 Prozent und eine Eigenkapitalrendite von rund 7 Prozent, wobei darin Effekte aus dem geplanten Verkauf der ProCredit Bank Ecuador berücksichtigt sind. Das Kosten-Ertrags-Verhältnis soll auf dem Niveau des Vorjahres von 73,4 Prozent liegen. Für die harte Kernkapitalquote werden zum Jahresende rund 13 Prozent angepeilt. Im Mai hatte ProCredit erstmals AT1-Kapital über 150 Millionen Euro emittiert, wodurch die Kernkapitalquote zum Ende des ersten Halbjahres bei 14,7 Prozent lag.
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