Börse am Morgen: Hannover Rück, Jenoptik, K+S, TKMS, TUI, Börsentermine - Nord/LB
Die Inflationsrate in Deutschland ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Juli 2026 auf 2,8% gestiegen, nach 2,3% im Juni. Hauptursache waren deutlich höhere Energie- und Kraftstoffpreise infolge des Ölpreisanstiegs im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg sowie dem Auslaufen des Tankrabatts Ende Juni. Gegenüber dem Vormonat erhöhten sich die Verbraucherpreise um 0,8%.
Die US-Konsumentenpreise sind im Juli nur sehr leicht um m/m 0,1% gestiegen. Es hätte eindeutig schlimmer kommen können. Die Kernrate legte um m/m 0,2% zu. Die Energiepreise müssen von den internationalen Finanzmärkten natürlich weiterhin genau im Auge behalten werden. Dennoch sollten die Zahlen hilfreich für den neuen US-Notenbankchef Kevin Warsh sein, der die Fed Funds Target Rate möglichst eher nicht anheben zu wollen scheint.
Das Deutsche Hypo Immobilienklima ist im August m/m um 6,0% auf 81,4 Punkte gefallen. Besonders das Handelssegment gab deutlich nach, während sich das Wohnklima mit 130,4 Punkten weiterhin robust zeigte. Insgesamt bleiben Ertrags- und Investmentklima klar unter der neutralen 100-Punkte-Marke.
Tagesausblick:
Die internationalen Finanzmärkte blicken derzeit mit besonderem Interesse auf die Fed-Geldpolitik. Die Unsicherheit bezüglich der weiteren Pläne des FOMC ist hoch. Nach den gestrigen CPI-Daten aus den USA wird daher heute v.a. auf die neuen Angaben zu den PPIs zu achten sein. Einige Marktteilnehmer scheinen sich Sorgen um weiterhin zu hohe Inflationsängste bei den privaten Haushalten zu machen. Die unserer Auffassung nach in ihrer Bedeutung häufig unterschätzten Inflationserwartungen der NY Fed sind am aktuellen Rand mit Blick auf den Zeitraum 1J immerhin ganz leicht auf nun 3,63% gefallen.
Aktienmärkte
Während es gestern in Deutschland und Europa an den Aktienmärkten nach zunächst neuen Rekordanläufen zu leichten Gewinnmitnahmen kam, sorgten an der Wall Street optimistische Ausblicke von Tech-Unternehmen für gute Stimmung im Halbleiter und KI-Bereich. DAX -0,23%; MDAX +0,34%; TecDAX -0,55%; Dow Jones -0,04%; S&P 500 +0,26%; Nasdaq Comp. +0,54%.
Unternehmen
TUI hat in Q3 (April-Juni) weniger verdient als erwartet. Das bereinigte EBIT fiel um 27% auf EUR 234 Mio. Analysten hatten im Konsens mit EUR 275 Mio. gerechnet. Das Marktumfeld mit geopolitischen Krisen, wirtschaftlicher Schwäche und gestiegener Inflation führt zu kurzfristigeren Buchungen zu niedrigeren Preisen. Zuletzt zeichnet sich aber eine Normalisierung ab. Die im April gesenkte Gewinnprognose (ber. EBIT zwischen EUR 1,1 Mrd. und EUR 1,4 Mrd.) wurde bestätigt.
Die robuste Kalinachfrage und höhere Preise verleihen K+S Rückenwind. Der Düngemittel- und Salzkonzern steigerte das EBITDA im zweiten Quartal von EUR 110 Mio. auf EUR 176 Mio. und übertraf damit die Markterwartungen deutlich. Der Umsatz legte um 12% auf EUR 978 Mio. zu. Angesichts höherer Absatzmengen, strikter Kostendisziplin und eines starken Auftausalzgeschäfts erhöhte K+S seine Ergebnisprognose für 2026 erneut auf EUR 680 Mio. bis EUR 760 Mio.
Hannover Rück wächst in der Schaden-Rückversicherung trotz sinkender Preise weiter. In den Erneuerungsrunden im Juni und Juli legte das Neugeschäft um 12% zu, während die Preise risikobereinigt um 4,5% nachgaben. Dank eines günstigen Schadenverlaufs stieg der H1-Nettogewinn um 7% auf EUR 1,4 Mrd. und übertraf leicht die Erwartungen. Das Jahresziel von mindestens EUR 2,7 Mrd. wurde bestätigt.
Jenoptik profitierte in H1 von einer starken Nachfrage aus der Halbleiter-, Verteidigungs- und Medizintechnikbranche. Während der Umsatz leicht auf EUR 503 Mio. stieg, legte das EBITDA um über 25% auf EUR 98,9 Mio. zu. Der Auftragseingang sprang um 53% auf EUR 723 Mio. Das Management präzisierte seine Jahresprognosen für Umsatzwachstum und EBITDA-Margen am oberen Ende der bisherigen Zielspannen.
Die ThyssenKrupp-Marine-Tochter TKMS profitiert von der weltweit hohen Nachfrage nach Rüstungsgütern und sieht trotz rekordhoher Auftragsbestände keine Kapazitätsengpässe. Mit einem Auftragsvolumen von EUR 20,1 Mrd., steigenden Umsätzen (+19%) und einer angehobenen Jahresprognose baut das Unternehmen seine Kapazitäten weiter aus und prüft internationale Kooperationen. Zusätzliche Wachstumsimpulse kommen von Großprojekten. In Kanada wurde TKMS als bevorzugter Bieter für den Bau von bis zu zwölf U-Booten ausgewählt.
Rohstoffe
Die US-Rohölvorräte stiegen im Vergleich zur Vorwoche überraschend um 17,4 Mio. Barrel, gleichzeitig hob die EIA aber ihre Brent-Preisprognose 2026 von USD 81,91 auf durchschnittlich USD 86,81/Barrel an.
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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