Börse am Morgen: Allianz, Lanxess, Japanischer Yen, Börsentermine - Nord/LB
Chinas Exporte sind im Juli überraschend stark gestiegen. Die Ausfuhren legten in USD gerechnet um 23,9% im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie die Zollverwaltung mitteilte. Die Importe wuchsen im Juli um 27,5%, nachdem die Einfuhren im Vormonat noch um 36% in die Höhe geschnellt waren.
Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im Juni den 3. Monat in Folge gesteigert. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 0,2% mehr her als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die positive Entwicklung sei maßgeblich auf die Zuwächse in der Automobilindustrie zurückzuführen - mit plus 3,6%, hieß es. Negativ wirkte sich hingegen der Rückgang im Maschinenbau (-3,9%) aus.
In den USA sind im Berichtsmonat Juli in der Summe 23.000 Beschäftigungsverhältnisse abgebaut worden. Dies ist eine eindeutig negative Überraschung. Die Arbeitsmarktzahlen sprechen damit auf jeden Fall gegen Leitzinsanhebungen durch das FOMC und sind folglich eine gewisse Belastung für den USD.
Wochenausblick
In der neuen Börsenwoche dürften die Entwicklungen im Nahen Osten die Anleger weiter beschäftigen. Seit Ende Februar dauert der Konflikt um die Straße von Hormus nun bereits an. Im Mittelpunkt der neuen Konjunkturdatenwoche stehen die Inflationsdaten für die USA im Juli, die am Mittwoch veröffentlicht werden. Im Fokus steht zudem die Veröffentlichung des Barometers der Beratungsfirma Sentix für August (heute). Dieses zeigt, wie Börsianer die Konjunktur in der Euro-Zone einschätzen. Am Donnerstag stehen die Daten zur Industrieproduktion in der Euro-Zone im Juni sowie der US-Index für die Erzeugerpreise (PPI) im Juli an. Die von den Produzenten erhobenen Preise gelten als Vorläufer für die weitere Entwicklung der Verbraucherpreise. Zum Wochenschluss folgen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt und zum Arbeitsmarkt im Euroraum in Q2. In den USA blicken Börsianer auf die Einzelhandelsumsätze für Juli. Ein Blick auf die Bilanzsaison zeigt, dass diese in den USA nahezu zu Ende ist. In der neuen Woche werden dort nur wenige Ergebnisse wichtiger Unternehmen erwartet. In Deutschland schauen Anleger auf die Geschäftszahlen von Unternehmen wie E.ON, Hannover Rück, Brenntag, RWE, Salzgitter, RTL, K+S, TUI und ThyssenKrupp.
Aktienmärkte
Sowohl am deutschen als auch am amerikanischen Aktienmarkt wurden zum Wochenausklang erneute Rekordhoch registriert. Der Schub kam am Nachmittag von den Jobdaten aus den USA, die vorherige Spekulationen über baldige Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed eindämmten. DAX +0,69%; MDAX -0,07%; TecDAX +1,69% Dow Jones +0,28%; S&P 500 +0,62%; Nasdaq Comp. +1,30%
Unternehmen
Allianz hat in Q2 die Erwartungen der Analysten übertroffen und sieht sich auf Kurs zu einem neuen Rekordergebnis. Das operative Ergebnis stieg von April bis Juni um fast 11% auf den Rekordwert von 4,87 Mrd. EUR, wie die Allianz mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 4,60 Mrd. EUR gerechnet. Der Nettogewinn blieb mit 2,60 (2,84) Mrd. EUR allerdings hinter den Erwartungen zurück. Der Versicherer hält an seinem Ziel fest, in diesem Jahr ein operatives Ergebnis zwischen 16,4 und 18,4 Milliarden Euro zu erreichen.
Der Spezialchemiekonzern Lanxess hat im vergangenen Quartal von einer gestiegenen Nachfrage und höheren Absatzmengen profitiert. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) stieg von April bis Juni im Jahresvergleich um 1,3% auf 152 Mio. EUR. Der Umsatz kletterte um 6,5% auf 1,56 Mrd. EUR. Bis Jahresende seien voraussichtlich keine weiteren konjunkturellen Impulse zu erwarten. Stattdessen setze das Unternehmen auf seine Kostensenkungsprogramme, die in H2 höhere Beiträge liefern sollen als noch in den ersten 6 Monaten. Mit dem Sparkurs reagiert Lanxess auf eine tiefe Branchenkrise, die dem Unternehmen im vergangenen Jahr einen Gewinneinbruch und die niedrigste Anlagenauslastung seit 30 Jahren eingebrockt hatte.
Devisen und Rohstoffe
Japan hat den Yen im Frühjahr mit einer Rekordsumme am Devisenmarkt gestützt. Wie aus Daten des Finanzministeriums in Tokio hervorgeht, griff die Regierung zwischen dem 30. April und dem 6. Mai an insgesamt 3 Tagen in den Markt ein. Allein am 30. April verkaufte sie USD im Gegenwert von 6,28 Bio. Yen - knapp 40 Mrd. USD. Insgesamt beliefen sich die Stützungsmaßnahmen auf 11,7 Bio. Yen.
Die Demokratische Republik Kongo hat die Ausfuhr von Kupfer- und Kobaltkonzentrat verboten, um die Verarbeitung im eigenen Land zu fördern. Die Nachricht trieb den Kupferpreis an.
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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