Wenn der Pegel sinkt: Wie die Hitze der Wirtschaft zusetzt - DZ BANK
Die Rekordtemperaturen sind nicht nur ein Gesundheitsrisiko, sondern gefährden auch die wirtschaftliche Erholung. „Die Produktivität sinkt, Lieferketten geraten unter Druck und die Ernten fallen schlechter aus“, sagt DZ BANK Experte Michael Stappel. Schon bei Temperaturen zwischen 26 und 36 Grad kann die Produktivität um drei bis zwölf Prozent einbrechen – vor allem in Branchen wie Bau, Landwirtschaft und Verkehr. Besonders empfindlich reagiert die Industrie auf niedrige Wasserstände. Zwar werden in Deutschland weniger als zehn Prozent der Fracht auf Binnengewässern transportiert, doch wichtige Rohstoffe wie Erze, Öl und Chemieprodukte kommen über die Flüsse.
„Sinkt der Rheinpegel zu stark, können Schiffe nur mit reduzierter Ladung fahren – die Transportkosten steigen“, so Stappel. Schon im Juli fiel der Rheinpegel bei Kaub auf einen Tiefstwert; ThyssenKrupp drosselte in Duisburg vorsorglich die Stahlproduktion. Auch die Landwirtschaft leidet: Rund 1,4 Millionen Tonnen der erwarteten Getreideernte dürfte die Julihitze bereits vernichtet haben. Noch bleiben die Effekte überschaubar. „Bislang ist das eher ein Warnsignal als ein gesamtwirtschaftlicher Schock“, betont Stappel. „Doch je länger die Trockenheit anhält, desto stärker geraten Industrie, Energieversorgung und Logistik unter Druck.“
Langfristig wird Hitze zum Standortrisiko: Das Bundeswirtschaftsministerium schätzt den Klimaschaden bis 2050 auf rund 900 Milliarden Euro. Nötig seien daher gezielte Anpassungen bei Städteplanung, Gebäuden und Infrastruktur – etwa mit Mitteln aus dem Investitionspaket der Bundesregierung.
Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der DZ Bank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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