Kontron baut Rekord-Auftragsbestand auf und steigert den Gewinn
Kontron hat im ersten Halbjahr 2026 den Auftragsbestand auf einen Rekordwert von 2,75 Milliarden Euro ausgebaut und gleichzeitig die Profitabilität verbessert. Der Umsatz erhöhte sich gegenüber dem bereinigten Vorjahreswert leicht von 729 Millionen Euro auf 737,1 Millionen Euro. Deutlich stärker entwickelte sich das operative Ergebnis: Das bereinigte EBITDA stieg von 90,9 Millionen Euro auf 100,8 Millionen Euro. Bereinigt verdiente der IoT-Konzern nach Minderheiten 48,8 Millionen Euro nach 46,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, das bereinigte Ergebnis je Kontron Aktie verbesserte sich von 0,76 Euro auf 0,78 Euro. Das ausgewiesene Konzernergebnis sank dagegen von 88,9 Millionen Euro auf 34,9 Millionen Euro, das berichtete Ergebnis je Aktie von 1,45 Euro auf 0,56 Euro. Ursache hierfür waren im Vorjahr verbuchte Entkonsolidierungserträge.
Operativ profitierte Kontron vor allem von den Wachstumsfeldern Cybersolutions, Aerospace & Defense sowie Transportation. Dem stand ein deutlicher Umsatzrückgang im Bereich GreenTec gegenüber, wo die Restrukturierung weit fortgeschritten ist. Von den geplanten 500 Stellenstreichungen seien bereits 424 umgesetzt oder vereinbart, der Abschluss des Programms wird für das dritte Quartal erwartet. Ab 2027 sollen daraus nach Angaben des österreichischen Unternehmens jährliche Kosteneinsparungen von mehr als 30 Millionen Euro resultieren. Gleichzeitig baut das Unternehmen sein Geschäft mit Software- und IoT-Lösungen weiter aus. Nach Unternehmensangaben entfallen inzwischen mehr als 60 Prozent der Entwicklungsaktivitäten auf Software & Solutions.
Die starke Nachfrage spiegelt sich nicht nur im Rekord-Auftragsbestand wider. Mit einer Book-to-Bill-Ratio von 1,55 im zweiten Quartal übertraf der Auftragseingang den Umsatz deutlich. Belastet wurde dagegen der operative Cashflow, der von 16,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf minus 13,8 Millionen Euro zurückging. Hintergrund war vor allem der Aufbau von Lagerbeständen um mehr als 47 Millionen Euro infolge der angespannten Versorgung mit Chips für KI-Rechenzentren. Zum Halbjahresende verfügte Kontron über liquide Mittel von 171,5 Millionen Euro. Das Eigenkapital stieg auf 749,3 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote lag bei 41,7 Prozent.
Für das Gesamtjahr bestätigt Kontron die Prognose: Der Vorstand erwartet weiterhin einen Umsatz leicht über dem Vorjahreswert von 1,607 Milliarden Euro, was bereinigt um veräußerte Geschäftsbereiche einem organischen Wachstum von rund 8 Prozent entspricht. Das bereinigte EBITDA soll unverändert 225 Millionen Euro vor Restrukturierungsaufwendungen von rund 25 Millionen Euro erreichen. Zusätzlich verweist das Unternehmen auf Kundenrückstände von 50,4 Millionen Euro, die bei einer verbesserten Chipversorgung noch im laufenden Jahr umsatzwirksam werden könnten.
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Hinweis auf Interessenskonflikt(e): Der / die Autor(in) oder andere Personen aus der 4investors-Redaktion halten unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten / Derivate auf Finanzinstrumente von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten: Kontron.
