Börse am Morgen: Bayer, Lufthansa, Palantir, SpaceX, Börsentermine - Nord/LB
Die Zahl der Brauereien in Deutschland ist 2025 auf 1.415 gesunken. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes zum Internationalen Tag des Bieres (7.08.) mitteilt, waren dies 53 Brauereien bzw. 3,6% weniger als 2024 und 137 weniger als beim Höchststand von 2019. Der Rückgang dürfte mit dem anhaltend sinkenden Bierabsatz zusammenhängen.
Tagesausblick
Die internationalen Finanzmärkte werden heute vor allem auf Wirtschaftsdaten aus den USA zu achten haben. Neben den Zahlen zur Beschäftigungsentwicklung vom privaten Personaldienstleister ADP dürften Anleger insbesondere auf die Angaben zum ISM PMI Services warten. Nach den starken Daten zum Manufacturing PMI stellt sich nun die Frage, wie dynamisch der wichtige US-Dienstleistungssektor im Juli wachsen konnte. Die Flut an Unternehmensberichten hält an.
Renten- und Aktienmärkte
Anleihen reagierten weiter mit Kursgewinnen auf sinkende Ölpreise. Letztere dämpfen das Inflationsrisiko und machen Leitzinsanhebungen unwahrscheinlicher.
Aktienanleger blieben auch gestern in Rekordlaune. Hoffnungen auf eine weitere Entspannung im Nahen Osten, die mit sinkenden Inflationssorgen einhergehen, sowie in der Tendenz eher positiv überraschende Unternehmensberichte bereiten den Nährboden für steigende Kurse. Sowohl der DAX als auch Dow Jones und S&P 500 erreichten neue Rekordstände. An der Wall Street rückten KI-Profiteure wieder in den Fokus, so legten Palantir (s.u.) nach Prognoseanhebung rd. 30% zu und Caterpillar (profitiert vom Bau neuer Rechenzentren) rd. 5%. Anleger sollten sich aber der weiterhin bestehenden erheblichen Risiken, vor allem mit Blick auf den Iran, bewusst sein. DAX +0,77%; MDAX +0,15%; TecDAX +0,76% Dow Jones +1,71%; S&P 500 +1,79%; Nasdaq Comp. +2,59%.
Unternehmen
Bayer hat in Q2 dank eines starken Agrargeschäfts, welches von höheren Glyphosat-Preisen und einer stärkeren Nachfrage nach Saatgut profitierte, die Belastungen durch Patentabläufe wichtiger Medikamente (insbes. Xarelto und Eylea) mehr als ausgeglichen. Der Umsatz stieg um 1,1% auf EUR 10,9 Mrd., das bereinigte EBITDA legte um 1,9% auf EUR 2,14 Mrd. zu und übertraf damit die Analystenerwartungen. Bayer bestätigte den währungsbereinigten Jahresausblick und erwartet mittelfristig einen schnelleren Schuldenabbau. Nach dem jüngsten Erfolg im Glyphosat-Rechtsstreit richten Investoren den Fokus nun verstärkt auf die künftige Strategie und Finanzierung des Konzerns.
Die Lufthansa wurde in Q2 durch höhere Kerosinkosten (zusätzl. EUR 750 Mio.) infolge des Irankriegs sowie einen einwöchigen Pilotenstreik (ca. EUR 150 Mio.) belastet. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) sank um 56% auf EUR 383 Mio., obwohl der Umsatz um 8% auf EUR 11,1 Mrd. zulegte. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern nun ein bereinigtes EBIT von EUR 1,7 Mrd. bis EUR 2,2 Mrd. statt bislang einen Wert deutlich über der Vorjahresmarke von EUR 2,0 Mrd. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen sieht Lufthansa-Chef Carsten Spohr weiterhin eine robuste Nachfrage, insbesondere im Premium-Segment und auf Asien-Routen. Lufthansa rechnet 2026 mit Treibstoffkosten von EUR 8,66 Mrd. und damit mehr als EUR 1 Mrd. mehr als im Vorjahr.
Der US-Datenanalyse-Spezialist Palantir hat aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage von Behörden und Unternehmen seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr erneut auf nunmehr USD 8,15 Mrd. bis USD 8,16 Mrd. (zuvor: USD 7,65 Mrd. bis USD 7,66 Mrd.) erhöht. In Q2 stieg der Umsatz um 93% auf USD 1,94 Mrd. und übertraf damit die Analystenerwartungen von USD 1,80 Mrd. USD deutlich. Auch der bereinigte Gewinn je Aktie fiel mit USD 0,41 besser aus als die prognostizierten USD 0,35.
Nach dem Rekordbörsengang im Juni zeichnen die ersten Quartalszahlen von SpaceX ein gemischtes Bild. Getrieben von der Satellitensparte Starlink stieg der Konzernumsatz um 92% auf USD 7,71 Mrd. Starlink verdoppelte die Nutzerzahl auf zwölf Mio. und steigerte Umsatz sowie operativen Gewinn deutlich. Gleichzeitig gingen die durchschnittlichen Erlöse je Nutzer infolge neuer Märkte und günstigerer Tarife um 22% zurück. Die KI-Sparte vervierfachte ihren Umsatz auf USD 2,56 Mrd. Belastet von massiv gestiegenen Investitionen in Rechenzentren und Software, entstand aber ein operativer Verlust von USD 1,26 Mrd. Insgesamt verringerte sich der Betriebsverlust des Konzerns um 85% auf USD 146 Mio., während der Auftragsbestand auf USD 47,5 Mrd. stieg.
Devisen und Rohstoffe
Die Ölpreise gaben weiter nach. Brent fiel unter die Marke von USD 80 je Barrel (159 Liter). Dies deutet auf Fortschritte in den Verhandlungen im Nahen Osten hin.
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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