BioNTech senkt die Prognose für 2026 deutlich - Aktie verliert an Wert
BioNTech hat im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 105,6 Millionen Euro erzielt, nach 260,8 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Über das erste Halbjahr fiel der Umsatz auf 223,7 Millionen Euro, nach 443,6 Millionen Euro. Als wesentlichen Grund nennt BioNTech die geringere Nachfrage nach seinen COVID-19-Impfstoffen. Der Nettoverlust des Mainzer Biotechnologie-Unternehmens weitete sich im Quartal auf 820,8 Millionen Euro aus, nach 386,6 Millionen Euro, das verwässerte Ergebnis je BioNTech Aktie fiel auf minus 3,24 Euro, nach minus 1,60 Euro. Auf bereinigter Basis lag der Nettoverlust bei 562,3 Millionen Euro.
Auf der Kostenseite stiegen die Forschungs- und Entwicklungsausgaben nach IFRS im Quartal auf 551,0 Millionen Euro, nach 509,1 Millionen Euro, getrieben von der Immunonkologie- und ADC-Entwicklung sowie der Einbeziehung des Ende 2025 übernommenen Unternehmens CureVac. Bereinigt gingen die Forschungskosten dagegen leicht auf 477,1 Millionen Euro zurück. Die Vertriebs- und Verwaltungskosten kletterten auf 197,8 Millionen Euro, nach 137,4 Millionen Euro, vor allem wegen des Aufbaus einer Vertriebsstruktur und der CureVac-Integration.
Trotz der Verluste bleibt die Finanzausstattung komfortabel. Zum 30. Juni 2026 verfügte BioNTech über Zahlungsmittel und liquide Wertpapieranlagen von 16,634 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal kaufte das Unternehmen im Rahmen seines bis zu einer Milliarde US-Dollar schweren Rückkaufprogramms eigene Anteilscheine für 151,6 Millionen US-Dollar zurück, zu einem Durchschnittspreis von 89,50 US-Dollar.
„Im ersten Halbjahr 2026 haben wir wichtige Fortschritte bei der Umsetzung unserer Mission erzielt. Wir haben unsere Onkologie-Pipeline deutlich vorangebracht und sechs zulassungsrelevante Studien initiiert. Zudem haben wir weltweit erste Daten in einer Phase-2-Studie für einen PD-L1xVEGF-bispezifischen Antikörperkandidaten in der Erstlinienbehandlung des nicht-kleinzelligen Lungenkrebses über alle PD-L1-Expressionsniveaus und Histologien hinweg präsentiert sowie auf medizinischen Kongressen gezeigt, dass unser Ansatz für innovative Kombinationstherapien an Dynamik gewinnt”, sagt Ugur Sahin, scheidender Chief Executive Officer und Mitgründer von BioNTech, zu den operativen Entwicklungen.
Vor diesem Hintergrund senkt BioNTech die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf 1,6 bis 1,9 Milliarden Euro, nach zuvor 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro. Als Gründe nennt der Konzern die weltweit geringere Nachfrage nach COVID-19-Impfstoffen, die Nutzung bestehender Bestände in Deutschland sowie eine für 2026 nicht mehr erwartete Meilensteinzahlung. Den Großteil des Jahresumsatzes erwartet BioNTech im zweiten Halbjahr, insbesondere im dritten Quartal einen Betrag von 613 Millionen Euro aus der Zusammenarbeit mit Bristol Myers Squibb. Die erwarteten bereinigten Forschungs- und Entwicklungskosten senkt BioNTech auf 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro, während die Vertriebs- und Verwaltungskosten unverändert bei 700 bis 800 Millionen Euro liegen sollen.
In der US-Vorbörse verliert die BioNTech Aktie am Dienstag aktuell knapp 2,5 Prozent.
4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen
Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.

Hinweis auf Interessenskonflikt(e): Der / die Autor(in) oder andere Personen aus der 4investors-Redaktion halten unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten / Derivate auf Finanzinstrumente von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten: BioNTech.
