Börse am Morgen: Hensoldt, Puma, Siemens Healthineers, Börsentermine - Nord/LB
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juli m/m spürbar um 71.000 auf 3,007 Mio. gestiegen, die Arbeitslosenquote kletterte um um 0,2 PP auf 6,4%. Neben saisonalen Effekten wie dem Ausbildungsende und der Sommerpause belastet weiterhin die schwache Konjunktur den Arbeitsmarkt. BA-Vorstand Daniel Terzenbach sprach von einer anhaltend schwachen Entwicklung. Saisonbereinigt erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um 6.000. Zusätzlich wirken hohe Energiepreise infolge des Iran-Krieges, strukturelle Probleme der Wirtschaft und die zunehmende Alterung belastend.
Die Inflationsrate im Euroraum ist nach einer ersten Schätzung von Eurostat im Juli auf 2,9% gestiegen, nach 2,8% im Juni. Haupttreiber bleiben die Energiepreise, deren Teuerungsrate von 8,5% auf 10,0% anzog. Auch Dienstleistungen verteuerten sich etwas stärker (+3,3%). Dagegen ließ der Preisauftrieb bei Lebensmitteln, Alkohol und Tabak auf 1,2% nach. Die Preise für Industriegüter ohne Energie legten um 0,9% zu.
Wochenausblick
Im Laufe der neuen Woche werden weltweit wieder viele wichtige Wirtschaftsdaten veröffentlicht. Aufgrund der Ziele der Fed dürften die Zahlen vom US-Arbeitsmarkt von ganz besonderem Interesse für die internationalen Finanzmärkte sein. Hier ist von recht soliden Entwicklungen auszugehen. Neben möglichen Revisionen der historischen Daten sollte aktuell wohl auch sehr genau auf die Lohnsteigerungen zu achten sein. Auch von der Unternehmensseite ist einiges an Newsflow zu erwarten. Die Berichtssaison nimmt weiter an Fahrt auf.
Renten- und Aktienmärkte
Der DAX näherte sich am Freitag seinem Rekordhoch von Anfang Juli, scheiterte jedoch vorerst am Ausbruch darüber. Belastend wirkten zunächst verhaltene Vorgaben aus den USA. Insgesamt blieb die Anlegerstimmung jedoch positiv, gestützt durch die starke Erholung der Technologiewerte in den USA und in Asien, so dass es mit einem Plus von ganzen 17 Punkten ins Wochenende ging. DAX +0,07%; MDAX -0,73%; TecDAX -0,05%.
Die Wall Street profitierte im späten Handel von starken Amazon Quartalszahlen, wohingegen Apple nach Hinweisen auf mögliche Lieferengpässe abrutschten. Dow Jones +0,52%; S&P 500 +0,70%; Nasdaq Comp. +1,00%.
Unternehmen
Siemens Healthineers hat wegen der anhaltenden Schwäche im zur Disposition stehenden Geschäft mit Labordiagnostik die Umsatzprognose für das GJ 2026/27 gesenkt und rechnet nur noch mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum von 3,5% bis 4,0% (zuvor: 4,5% bis 5,0%). Dank einer Rückerstattung von US-Zöllen wurde die Gewinnprognose hingegen um EUR 0,15 auf EUR 2,35 bis EUR 2,45 je Aktie angehoben. In Q3 stieg der Umsatz um 2,8% auf EUR 5,76 Mrd. und der Nettogewinn erhöhte sich um gut ein Fünftel auf EUR 676 Mio.
Der Rüstungszulieferer Hensoldt hat in H1 2026 von der steigenden Nachfrage nach Verteidigungstechnik profitiert. Der Umsatz legte um 24% auf EUR 1,17 Mrd. zu, das bereinigte EBITDA stieg um 28,5% auf EUR 137 Mio. Der Auftragseingang verdoppelte sich auf EUR 2,8 Mrd., wodurch der Auftragsbestand erstmals die Marke von EUR 10 Mrd. überschritt. Vorstandschef Oliver Dörre verwies auf die zunehmende Umsetzung höherer Verteidigungsausgaben in Europa. Die Jahresprognose mit einem Umsatz von EUR 2,75 Mrd. und einer EBITDA-Marge von 18,5% bis 19,0% wurde bestätigt.
Bei Puma sank in Q2 der währungsbereinigte Umsatz, belastet durch eine schwächere Nachfrage sowie die Rücknahme schwer verkäuflicher Ware von den Händlern, um 9% auf EUR 1,69 Mrd. Die Lagerbestände gingen dadurch um 15% zurück. Der operative Verlust (EBIT) verringerte sich auf EUR 53,1 Mio. nach EUR 109,1 Mio. im Vorjahr. Für H2 erwartet der im Umbau befindliche Konzern eine schrittweise Umsatzverbesserung und bestätigt die Prognose eines währungsbereinigten Umsatzrückgangs im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Das EBIT soll zwischen minus EUR 50 Mio. und minus EUR 150 Mio. liegen. Auswirkungen des Nahost-Konflikts und US-Zollrückerstattungen gleichen sich laut Puma weitgehend aus.
Devisen
Die USA und Japan haben gemeinsam am Devisenmarkt interveniert, um den starken Yen-Verfall zu bremsen. Das japanische Finanzministerium bestätigte einen koordinierten Eingriff vom Freitag und schloss weitere Maßnahmen nicht aus. US-Präsident Donald Trump erklärte, die Unterstützung für den Yen sei ein Zeichen der Freundschaft zu Japan und zugleich positiv für die Weltwirtschaft. Japans Finanzministerium begründete die Intervention mit der hohen Volatilität und ungeordneten Marktbewegungen.
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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