Marinomed rutscht ohne Unither-Zahlungen ins Sanierungsverfahren
Die Marinomed Biotech AG hat beim Landesgericht Korneuburg ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Auslöser sind nach Angaben des österreichischen Biotechnologie-Unternehmens ausbleibende Earn-out-Zahlungen von Unither Pharmaceuticals aus dem Verkauf des Carragelose-Geschäfts, das Marinomed im Februar 2025 im Rahmen eines Asset-Deals übertragen hatte. Neben einem fixen Kaufpreis von 5 Millionen Euro waren dabei an Bedingungen geknüpfte Earn-outs vereinbart, über die sich der Sanierungsplan vom 14. November 2024 zu großen Teilen finanzieren sollte. 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
Bislang floss laut Marinomed davon allerdings keine Zahlung. „Marinomed steht auf dem Standpunkt, dass Unither die vereinbarten Zielvorgaben aufgrund einer schuldhaften Verzögerung beim Abschluss von Kundenverträgen und einer geänderten Unternehmensstrategie nicht erreicht hat. Die mit Unither geführten Gespräche verliefen nunmehr erfolglos und es konnte keine wirtschaftliche Einigung betreffend die Earnout Zahlungen getroffen werden”, so das Unternehmen aus Korneuburg am Mittwoch.
Im Verfahren will Marinomed einen Sanierungsplan umsetzen und den Betrieb fortführen. Dazu sollen zusätzliche Restrukturierungsmaßnahmen, rechtliche Schritte gegen Unither sowie das kürzlich gestartete Compounding-Geschäft beitragen. „Wir sehen hier die beste Chance, eine nachhaltige Grundlage für die Fortführung des Unternehmens und die Kommerzialisierung unserer innovativen Produkte zu schaffen. Die Situation mit Unither hat die Geschäftstätigkeiten und die Finanzierungsoptionen zuletzt massiv eingeschränkt”, sagt Andreas Grassauer, CEO von Marinomed. Andere Optionen als das Sanierungsverfahren bieten sich laut Marinomed aktuell nicht.
Die Verbindlichkeiten beziffert das Unternehmen auf rund 27,9 Millionen Euro einschließlich wiederauflebender Forderungen aus dem Jahr 2024, dem steht ein Umsatz von rund 7,7 Millionen Euro aus dem Jahr 2025 gegenüber, am Standort Korneuburg sind etwa 30 Mitarbeiter beschäftigt. Den für den 16. September 2026 geplanten Halbjahresbericht verschiebt Marinomed. Zusätzlich hat die Raiffeisen Bank International das Market-Making-Mandat für die Aktie mit sofortiger Wirkung gekündigt, weshalb es vorübergehend zu geringerer Handelsliquidität und größeren Geld-Brief-Spannen kommen kann. An einem Nachfolgemandat für das Market Making arbeite man, so Marinomed.

