Marinomed: Keine Kapitulation
Am späten Donnerstag kündigt Marinomed Biotech an, die Einleitung eines gerichtlichen Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung zu beantragen. Ein im November 2024 genehmigter Sanierungsplan ist aufgrund des Abbruchs der Verhandlungen mit einem Partner und fehlender Earnout-Zahlungen durch den Partner aus dem Verkauf des Carragelose Geschäftsbereichs gescheitert, so Marinomed. Dadurch droht Marinomed die Zahlungsunfähigkeit. 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
Das neue Verfahren soll zu einem neuen Sanierungsplan führen. Zudem will man rechtliche Möglichkeiten gegenüber dem Vertragspartner prüfen.
Die Einigung zwischen Marinomed und dem Partner kam im Februar 2025 zustande. Daraus hätten Marinomed bis zu 15 Millionen Euro zufließen sollen. Bisher sind jedoch laut Marinomed keine Zahlungen erfolgt.
Mit dem Geld hätte ein Darlehen bei der European Investment Bank beglichen werden sollen. Im November werden 1,45 Millionen Euro fällig, im Mai 2027 müssen weitere 2,37 Millionen Euro zurückgezahlt werden. Sollte man die finanziellen Mittel erhalten, diese Summen zu zahlen, sieht die Situation für Marinomed wieder deutlich besser aus.
Für die Analysten von First Berlin ist die Insolvenz-Ankündigung keine Kapitulation, sondern eher ein legales Werkzeug, die aktuellen Probleme zu bewältigen. Da es aber rund um diesen Prozess eine Vielzahl von Unsicherheiten gibt, setzen die Experten ihr Rating für die Aktien von Marinomed derzeit aus.
Rating und Kursziel für die Marinomed-Papiere stehen entsprechend „under review“. Zuvor hatten die Analysten eine Kaufempfehlung für den Titel ausgesprochen. Die Analyse kann überarbeitet werden, wenn es mehr Klarheit hinsichtlich der weiteren Entwicklung gibt.
Die Aktien von Marinomed gewinnen 34,2 Prozent auf 5,10 Euro. In den vergangenen acht Tagen hat die Aktie 44 Prozent verloren. Blickt man zwölf Monaten zurück, liegt das Minus bei 81 Prozent.

