Bastei Lübbe: Dividende „am oberen Ende der Dividendenpolitik”
Die Bastei Lübbe AG hat ihren Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2025/2026, das am 31. März 2026 endete, um 3,8 Prozent auf 118,4 Millionen Euro gesteigert, nach 114,0 Millionen Euro im Vorjahr. Schwächer fiel dagegen das Ergebnis aus. Das Konzern-EBIT sank auf 9,3 Millionen Euro, nach 17,1 Millionen Euro, die EBIT-Marge ging von 15,0 auf 7,9 Prozent zurück. Der Gewinn des Kölner Verlags verringerte sich unter dem Strich auf 6,4 Millionen Euro, nach 11,4 Millionen Euro, das Ergebnis je Bastei Lübbe Aktie entsprechend auf 0,48 Euro, nach 0,86 Euro.
Kräftig zulegen konnte hingegen der Free Cashflow, der auf 9,1 Millionen Euro stieg, nach minus 1,8 Millionen Euro im Vorjahr, das allerdings durch das Ende eines Factoringprogramms belastet war. Die Finanzlage bezeichnet Bastei Lübbe mit einer Eigenkapitalquote von 60,5 Prozent und einem Nettofinanzvermögen von 11,7 Millionen Euro weiter als solide.
Der Hauptversammlung am 9. September 2026 schlägt das Unternehmen eine Dividende von 25 Cent je Aktie vor, nach 36 Cent im Vorjahr. Dies entspreche 50 Prozent des ausschüttungsfähigen Ergebnisses und liege damit am oberen Ende der definierten Dividendenpolitik, so Bastei Lübbe.
„Wir haben dieses Jahr unseren Wachstumsweg fortgesetzt. Dabei haben wir durch Innovationen und Akquisitionen unseren unternehmerischen Handlungsrahmen entscheidend erweitert und zugleich weitere Wachstumsimpulse gesetzt, die uns noch viel Freude bereiten werden. Zusätzlich zu diesen Investitionen mussten wir jedoch marktbedingt margenschwächeren Umsatz gegen margenstarken tauschen, was unser diesjähriges Ergebnis belastet. Wir werden das im kommenden Geschäftsjahr ‚zurücktauschen‘ und unsere Ergebnismarge entsprechend nach oben korrigieren”, sagt Soheil Dastyari, Vorstandsvorsitzender der Bastei Lübbe AG.
Belastungen aus veränderte Umsatzstruktur bei Bastei Lübbe
Hintergrund des Ergebnisrückgangs ist neben höheren Kosten vor allem eine veränderte Umsatzstruktur bei Bastei Lübbe. Die Community-Marke LYX konnte den außergewöhnlichen Vorjahreserfolg der Amazon-Prime-Adaption „Maxton Hall” nicht wiederholen, sodass der Umsatzanteil der community-getriebenen Geschäftsmodelle um 9 Prozentpunkte auf 30 Prozent zurückging. Getragen wurde der Umsatz stattdessen von einem hochwertigen Programm etablierter Verlagsmarken von Bastei Lübbe, das jedoch mit einer höheren Materialaufwandsquote und schwächeren Margen einhergeht. Der Materialaufwand stieg Konzernangaben vom Dienstag zufolge um 8,7 Millionen Euro auf 64,2 Millionen Euro, die Materialaufwandsquote kletterte von 48,7 auf 54,2 Prozent.
Zusätzlich belasteten Investitionen das Ergebnis von Bastei Lübbe. Das Unternehmen verweist unter anderem auf das neue Audioformat shelfie.audio, die literarische Marke Pfaueninsel, den Erwerb des Manga- und Manhwa-Verlags Papertoons sowie den Einstieg der Marke LYX in den US-Markt. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen dadurch und infolge höherer IT-, Werbe- und Vertriebskosten auf 23,0 Millionen Euro, nach 20,8 Millionen Euro.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026/2027 stellt Bastei Lübbe einen Konzernumsatz zwischen 118 und 122 Millionen Euro in Aussicht. Beim Ergebnis rechnet das Unternehmen mit einem deutlich überproportionalen Anstieg und beziffert das erwartete EBIT auf 10 bis 12 Millionen Euro, was einem Zuwachs von etwa 10 bis 30 Prozent gegenüber dem Berichtsjahr entspricht. Die EBIT-Marge soll sich damit wieder in Richtung der Marke von 10 Prozent bewegen. Den größten Beitrag soll erneut das Segment Buch liefern, für das Bastei Lübbe ein EBIT zwischen 9,5 und 11,5 Millionen Euro anpeilt.
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