Evotec Aktie bricht ein: Gewinnwarnung schockt die Börse
Die Aktie von Evotec hat scharf auf eine gesenkte Jahresprognose reagiert. Auf XETRA verliert das Papier knapp 28,5 Prozent auf 3,532 Euro, das Tagestief liegt bisher bei 3,176 Euro. Zum Vergleich: 2021 wurden noch mehr als 45 Euro für den TecDAX-Titel gezahlt. Auslöser sind vorläufige Zahlen des Hamburger Biotechnologie-Unternehmens zum zweiten Quartal und ersten Halbjahr 2026 sowie ein deutlich reduzierter Ausblick. Für das erste Halbjahr weist Evotec vorläufig einen Konzernumsatz von rund 300,1 Millionen Euro und ein bereinigtes Konzern-EBITDA von rund minus 42,7 Millionen Euro aus. Die Liquidität bezifferte das Unternehmen zum 30. Juni 2026 auf rund 465,6 Millionen Euro. Die vollständigen Evotec-Halbjahreszahlen sollen am 13. August 2026 folgen.
Kern der Meldung ist die gesenkte Prognose für das Gesamtjahr 2026. Evotec rechnet nun mit Konzernumsatzerlösen von rund 570 bis 610 Millionen Euro und einem bereinigten Konzern-EBITDA von minus 70 bis minus 105 Millionen Euro. Zuvor hatte das Unternehmen einen Umsatz von 700 bis 780 Millionen Euro sowie ein bereinigtes EBITDA von 0 bis 40 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Damit fällt sowohl die Umsatz- als auch die Ergebniserwartung erheblich, beim EBITDA rutscht die Spanne in den negativen Bereich.
„Wie erwartet spiegeln unsere vorläufigen Ergebnisse für das erste Halbjahr einen herausfordernden Jahresbeginn wider. Gleichzeitig sehen wir jedoch klare Anzeichen dafür, dass die eingeleiteten Veränderungen Wirkung zeigen. Unsere CRO- und CDMO-Basisgeschäfte gewinnen zunehmend an Dynamik”, sagt Christian Wojczewski, Chief Executive Officer von Evotec.
Verschiebungen bei Partnerschaften
Als Gründe für die Lücke nennt Evotec vor allem Verschiebungen bei Partnerschaften. „Unser neuer Ausblick basiert in erster Linie auf einer aktualisierten Einschätzung der Aktivitäten im Bereich strategischer Partnerschaften sowie der Meilensteinzahlungen in der zweiten Jahreshälfte. Da diese Umsätze in der Regel eine höhere Marge aufweisen, wird der Einfluss auf das bereinigte EBITDA voraussichtlich überproportional ausfallen”, so Claire Hinshelwood, Chief Financial Officer von Evotec.
Rund 40 Prozent der Abweichung entfallen auf bestehende Partnerschaften, in denen sich die zeitliche Staffelung und die Zeitpläne für Meilensteinzahlungen verändert haben, sodass die Umsätze nun erst 2027 erwartet werden. Weitere etwa 45 Prozent gehen auf Verzögerungen bei derzeit verhandelten neuen strategischen Partnerschaften zurück, die sich über das vierte Quartal 2026 hinaus verschieben. Die restlichen rund 15 Prozent führt Evotec auf eine geringer als erwartete Umsatzrealisierung zurück.
„Vertrauen in den langfristigen Wert unserer Partner-Pipeline”
„Unser Vertrauen in den langfristigen Wert unserer Partner-Pipeline bleibt unverändert. Tatsächlich ist unsere Pipeline heute aktiver denn je. Wir führen fortgeschrittene Gespräche mit mehreren etablierten Partnern über Programme in Bereichen mit hohem ungedecktem medizinischem Bedarf, darunter Nierenerkrankungen, Onkologie, Women’s Health, Adipositas”, so Wojczewski.
Abseits der Partnerschaften verweist Evotec auf eine bessere Entwicklung im Basisgeschäft. Die Nettoverkäufe im Bereich Discovery & Preclinical Development ohne strategische Partner stiegen im ersten Halbjahr um mehr als 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr, und Just – Evotec Biologics profitierte von hoher Kapazitätsauslastung und einem wachsenden Kundenstamm. Am Transformationsprogramm Horizon hält das Unternehmen unverändert fest und sieht sich auf Kurs, 2026 rund 20 bis 30 Prozent der bis Ende 2027 geplanten Senkung der Kostenbasis um 75 Millionen Euro zu erreichen. Die auf Konzernebene laufende Prüfung strategischer Optionen dauert nach Angaben von Evotec weiter an.
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Hinweis auf Interessenskonflikt(e): Der / die Autor(in) oder andere Personen aus der 4investors-Redaktion halten unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten / Derivate auf Finanzinstrumente von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten: Evotec.
