Fraport Aktie: Schwaches Passagierhalbjahr setzt die Jahresziele unter Druck
Rückläufige Passagierzahlen in Frankfurt rücken beim Flughafenbetreiber Fraport die Frage in den Vordergrund, ob die Ziele für 2026 noch zu halten sind. Drei Aktienanalysten bewerten den Wert in aktuellen Studien zum MDAX-Titel sehr unterschiedlich, die Kursziele reichen von 62 bis 95 Euro und die Einstufungen von der Kaufempfehlung bis zum Verkaufsvotum. Belastend wirken Streiks bei der Lufthansa, hohe Kerosinpreise und die geopolitischen Spannungen, während das teure neue Terminal 3 die Fixkosten in die Höhe treibt. 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
mwb research bleibt beim Flughafenbetreiber bei der Verkaufsempfehlung und einem Kursziel von 62,00 Euro. Die mageren Juni- und Halbjahreszahlen offenbarten ein brüchiges Wachstum im Inland, so das Analystenhaus. In Frankfurt seien die Passagierzahlen im Juni um 1,7 Prozent und im ersten Halbjahr um 0,8 Prozent gesunken, belastet von Lufthansa-Streiks, teurem Kerosin und dem Iran-Konflikt. Ungünstig falle das mit der Eröffnung des Terminals 3 im April zusammen, das bei einem Investitionsvolumen von 4 Milliarden Euro eine Jahreskapazität von 19 Millionen Passagieren schaffe und die Fixkosten deutlich anhebe. Das konzernweite Passagierplus von 1,0 Prozent im ersten Halbjahr, getragen vom Auslandsgeschäft, biete nur einen schmalen Puffer, zumal die Entwicklung dort stark schwanke. Zwar stufe die Konzernführung die Finanzziele für 2026 weiterhin als „erreichbar” ein, warne aber zugleich davor, dass die Flaute im margenstarken Heimatverkehr auf das Ergebnis drücke. Die Analysten senkten ihre Schätzungen für 2026 leicht.
Jefferies gehört zum Bullenlager und hält an der Kaufempfehlung für die Fraport Aktie ebenso fest wie am Kursziel von 95 Euro. Dass der Konzern seine Passagierprognose für Frankfurt zurückgenommen habe, sei an der Börse im Vorfeld bereits geahnt worden, so das Research-Haus am Montag. Vorsichtigere Töne zur finanziellen Entwicklung dürften den Kurs kurzfristig aber belasten und die Gewinnschätzungen im niedrigen einstelligen Prozentbereich drücken. Als Belastungsfaktor hebt Jefferies vor allem die erneut aufflammenden Auseinandersetzungen im Nahen Osten hervor.
JPMorgan bestätigt nach den Verkehrszahlen und der gesenkten Passagierprognose das „Overweight” und ein Kursziel von 85 Euro für die Aktien von Fraport. Positiv rechnet das Haus dem Betreiber an, dass er seinen Finanzausblick trotz der gemeldeten Zahlen bekräftigt hat. Den Rückgang des Frankfurter Aufkommens im Juni führen die Analysten in erster Linie darauf zurück, dass die Lufthansa nach dem Aus ihrer Tochter Cityline Kapazitäten nach München verlagert hat.


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