Underberg wächst gegen einen schrumpfenden Spirituosenmarkt
Die Semper idem Underberg AG hat ihren Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2025/2026, das vom 1. April 2025 bis zum 31. März 2026 lief, um 1,6 Prozent auf 136,9 Millionen Euro gesteigert, nach 134,8 Millionen Euro im Vorjahr. Der deutsche Spirituosenmarkt gab im selben Zeitraum nach Daten von NielsenIQ um 3,7 Prozent nach. Das bereinigte EBITDA übertraf laut Underberg-Gruppe mit 12,3 Millionen Euro den zuvor prognostizierten Zielkorridor von 11 bis 12 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich leicht auf 31 Prozent, der Kassenbestand im Konzern lag zum Stichtag bei über 17 Millionen Euro. 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
„Angesichts der geopolitischen Krisen und der andauernden Konsumzurückhaltung war das Ziel, das Vorjahresniveau zu erreichen, durchaus ambitioniert. Umso erfreulicher ist es, dass wir dank eines guten zweiten Halbjahres diese Vorgabe übertreffen konnten”, zeigt sich Michael Söhlke, CEO des Anleihe-Emittenten Semper idem Underberg AG, mit den Zahlen zufrieden.
Getragen wurde das Wachstum von Underberg vor allem vom Auslandsgeschäft, das beim Absatz um 9,1 Prozent zulegte, sowie von den Third-Party-Marken mit einem Plus von 15,2 Prozent und den St. Hubertus-Tropfen mit 16,3 Prozent. Eine wachsende Rolle spielt das US-Geschäft: Die vollständig zum Konzern gehörende Vertriebstochter Underberg Sales Corporation ist so dynamisch gewachsen, dass Underberg sie erstmals konsolidiert hat. Neben den USA setzt das Familienunternehmen unter anderem auf die nordischen Länder, Österreich und die Schweiz, touristische Ziele in Südeuropa, ausgewählte Märkte in Afrika sowie das Reiseeinzelhandelsgeschäft.
„Natürlich haben wir angesichts des nach wie vor schwachen Konsumklimas in Deutschland die Kosten stets im Blick und werden unverändert nach Profitabilität steuern. Insgesamt ist der Professionalisierungsgrad in der gesamten Gruppe gestiegen; zugleich investieren wir weiterhin gezielt in Marketing und Vertrieb. Ungeachtet dessen bleiben die Herausforderungen groß; so dürfte beispielsweise die Anhebung der Alkoholsteuer für die gesamte Industrie und auch für uns einen Absatzrückgang bedeuten”, so Söhlke.
Für das laufende Geschäftsjahr setzt Underberg auf weitere Produktneuheiten und den Ausbau der Kapazitäten. Auf den Markt kommen unter anderem eine Waldmeister-Sonderedition der St. Hubertus-Tropfen sowie der Erdbeer-Spritz XOXO als Ready-to-Drink-Produkt unter der Marke XUXU. Weil vor allem das Wachstum der St. Hubertus-Tropfen die Kleinflaschenabfüllung im Werk Rüdesheim an ihre Kapazitätsgrenze gebracht hat, baut Underberg dort eine zusätzliche Abfülllinie. Die Vorbereitungen laufen seit dem Frühjahr, die Inbetriebnahme ist für die Zeit vor Ostern 2027 vorgesehen.

