Bayer Aktie: Nach Glyphosat-Siegen rückt die Aufspaltung in den Blick
Beim Leverkusener Pharma- und Agrarkonzern Bayer verschiebt sich der Fokus der Analysten. Nach den jüngsten juristischen Erfolgen im Dauerstreit um den Unkrautvernichter Glyphosat rückt zunehmend die Frage einer möglichen Konzernaufspaltung in den Vordergrund. Drei Häuser bleiben bei ihren Einstufungen, zwei heben ihre Kursziele deutlich an. Die Spanne reicht nun von 50 bis 62,50 Euro, die Quartalszahlen am 4. August gelten dabei als eher nebensächlich.
Goldman Sachs hebt das Kursziel für die Bayer-Aktie von 55 auf 62,50 Euro an und bestätigt die Kaufempfehlung für den DAX-Titel. Die Analysten haben ihren Bewertungshorizont weiter nach vorn verlegt, den Abschlag auf die Pharmasparte verringert und ihre Annahmen für die Kapitalkosten gesenkt, weil die juristischen Risiken des Konzerns abgenommen hätten. Von den Quartalszahlen erwarten sie keine großen Ausschläge. Sobald das Glyphosat-Kapitel abgehakt sei, dürften die Anleger ihr Augenmerk stärker auf eine denkbare Zerschlagung des Konzerns und den damit verbundenen Abbau des Bewertungsabschlags richten.
Berenberg zieht das Kursziel für den DAX-Konzern kräftig von 40,50 auf 55 Euro hoch, bleibt beim „Hold” als Empfehlung zur Bayer Aktie. Zwei Erfolge vor Gericht rund um die US-Glyphosatklagen, der Sieg im Durnell-Fall und die Rückverweisung einer Anhörung im Vergleichsverfahren nach Missouri, könnten eine Aufteilung des Konzerns erleichtern, so das Fazit der Experten. Die Analysten erwähnen einen möglichen Börsengang des früheren Monsanto-Geschäfts, der ähnlich zugeschnitten sein könnte wie das für 2027 geplante Agrarchemie-Listing von BASF. Ihre Gewinnschätzungen je Bayer Aktie hoben sie an.
JPMorgan belässt es bei den Leverkusenern bei der Einstufung „Overweight” und sieht das Kursziel der Bayer Aktie weiterhin bei 50 Euro, damit quasi auf dem aktuellen Kursniveau. Zum Termin am 4. August rechnen die Analysten mit soliden Ergebnissen für das zweite Quartal. Unveränderte Jahresziele dürften die bestehenden Markterwartungen bestätigen, heißt es. Entsprechend gehen sie davon aus, dass der Bericht den Kurs kaum in die eine oder andere Richtung bewegt.
Bayer Aktie: Nach Höhenflug ist Komsolidierung fällig
Die wichtigsten Daten aus dem heutigen 4investors.de-Chartcheck zur Bayer Aktie vom Mittwochmorgen vor Handelsbeginn: Nach unten ist die erste stärkere Unterstützung klar definiert. Sie liegt um 49,78 Euro, dem vorherigen markanten Jahreshoch der Bayer Aktie aus dem Februar, das aktuell von oben getestet wird. Darunter folgen weitere Haltemarken bei 46,74/47,60 Euro und 45,41 Euro. Dehnt sich die Konsolidierung noch weiter aus, rücken die 20- und die 50-Tage-Linie als Ziel in den Blick. Beide laufen der Rallye aktuell noch weit hinterher.
Nach oben bleibt die Marschrichtung intakt. Ein Anstieg über die Zone 54/55 Euro würde für den Aktienkurs des Konzerns aus Leverkusen neue Kaufsignale setzen, mit möglichen nächsten Zielen zwischen der 62er-Zone und 67,48/67,98 Euro. Noch aber gilt: Erst muss die Konsolidierung ihr Werk vollenden, ehe die Bullen wieder das Kommando übernehmen. Über alldem stehen noch die weiteren Nachrichten, die zum Glyphosat-Komplex in der nächsten Zeit zu erwarten sind und die Richtung vorgeben dürften.
4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen
Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.

