Commerzbank sieht neue Auffälligkeiten bei UniCredit-Angebot
Die Commerzbank verschärft ihre Vorwürfe gegen die Unicredit. Zwar ist die Annahmequote des Übernahmeangebots laut der jüngsten Meldung der italienischen Großbank auf 10,95 Prozent gestiegen, doch nach den Verwahrstellen-Daten der Commerzbank hat bislang kein einziger institutioneller Investor Aktien angedient, wie das DAX-Mitglied am Mittwoch meldet. Privataktionäre steuern unverändert lediglich rund 0,05 Prozent bei. Die Bank sieht darin die These bestätigt, dass die angedienten Papiere fast ausschließlich von mit UniCredit verbundenen Banken und Parteien stammen, die vor dem Angebot keine wesentlichen Anteile gehalten hatten. 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
Wirtschaftlich ergibt eine Annahme aus Sicht der Commerzbank ohnehin keinen Sinn: Der Aktienkurs lag während der gesamten Frist über dem impliziten Angebotswert, zum Handelsschluss am 9. Juni um rund 6 Prozent oder 2,30 Euro je Aktie. Das werfe die Frage auf, ob nicht offengelegte Ausgleichsvereinbarungen bestehen. Zusätzlich verweist die Bank auf einen sprunghaften Anstieg der Wertpapierleihe in ihren Aktien – seit Ankündigung des Angebots habe sich die Aktivität mehr als verzehnfacht, was mit dem Andienungsverhalten einzelner Parteien zusammenhängen könnte.
Die Commerzbank fordert UniCredit und die beteiligten Banken auf, die zugrundeliegenden Absicherungs- und Derivatgeschäfte offenzulegen, und übermittelt der BaFin laufend ihre Daten. Vorstand und Aufsichtsrat raten den Aktionären weiterhin, das Angebot nicht anzunehmen. Über den weiteren Verlauf will die Bank bis zum Ende der Annahmefrist am 16. Juni sowie in der erweiterten Frist bis voraussichtlich 3. Juli regelmäßig informieren.
Die Commerzbank Aktie notiert bei 36,13 Euro mit 1,47 Prozent im Minus. UniCredits Aktienkurs notiert bei 70,63 Euro mit 2,75 Prozent im Minus.


