Bayer Aktie: Neue Rechtsklagen überlagern die Fortschritte
Frische Rechtsschlagzeilen aus den USA belasten die Bayer Aktie erneut. Zwei neue Fälle sorgen für Unruhe: Die Anfechtung des Roundup-Vergleichs wirft Fragen zum wichtigsten Entlastungsmeilenstein auf, eine weitere Klage rund um gentechnisch veränderte Maissamen weitet das Rechtsrisiko im Agrarbereich aus. Operativ läuft es beim Konzern aus Leverkusen nach Meinung der Aktienanalysten von mwb research hingegen besser als das Kursniveau vermuten lässt: Verbesserungen in Crop Science und neu anlaufende Pharmapräparate federn den Rückgang im Kerngeschäft ab. Die Bewertung preise bereits einen erheblichen Risikoabschlag ein, anerkenne aber kaum die verbesserte Ertragsqualität und noch ausstehende juristische Meilensteine. 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
mwb research bestätigt ihre Kaufempfehlung für die Bayer Aktie mit einem Kursziel von 52 Euro und stuft den Einfluss der neuen Rechtsfälle als stimmungsgetrieben, nicht als schätzungsrelevant ein. Die mittelfristigen Schätzungen des Instituts zeichnen eine deutliche Erholung: Das EBITDA soll von 4,16 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf 10,23 Milliarden Euro im Jahr 2028 steigen, das Ergebnis je Bayer Aktie von minus 3,68 Euro auf plus 4,78 Euro drehen. Die Dividende je Aktie soll von der derzeitigen gesetzlichen Mindestdividende von 0,11 Euro auf 2,15 Euro im Jahr 2028 steigen.
Zuletzt gab es weitere Analystenstimmen zur Bayer Aktie. Die UBS behält ihre Kaufempfehlung für den DAX-Titel mit einem Kursziel von 52 Euro bei. Ein neuerlicher Versuch in Brasilien, Glyphosat gerichtlich verbieten zu lassen, beunruhigt das Institut kaum. Solche Verfahren habe es bereits früher gegeben, die Erfolgsaussichten der Kläger schätzt UBS als gering ein.
Jefferies dagegen hebt das Kursziel für den Anteilschein des Konzerns aus Leverkusen deutlich von 25 auf 40 Euro an, bleibt angesichts des begrenzten erwarteten Kurspotenzials aber bei „Hold” für die Bayer Aktie. Der bei Jefferies neu zuständige Experte sieht theoretisch zwar 45 Euro als Wert des Papiers und begründet dies mit der sum-of-the-parts von Bayer. Die anhaltenden Auseinandersetzungen um Glyphosat könnten das Papier im chlechten Szenario aber wieder auf 30 Euro befördern. Ohne frische Impulse aus der Wirkstoffpipeline lasse sich Bayer zudem nicht als klassisches Pharma-Schnäppchen einordnen.
Die Bayer Aktie notiert bei 33,56 Euro mit 4,47 Prozent im Minus.



