DAX schielt auf sein Allzeithoch und entkoppelt sich immer mehr von der heimischen Konjunktur - DZ BANK
Der DAX hat heute die Marke von 25.300 Punkten übersprungen und liegt damit nur noch einen Hauch unter seinem Rekordhoch von 25.507 Zählern. Nach dem Zwischentief von 22.300 Punkten im März zeigt der deutsche Leitindex damit eine beeindruckende Erholung.
Die positive Dynamik wird maßgeblich vom globalen Aufschwung im Bereich der Künstlichen Intelligenz und dem damit verbundenen Halbleiterzyklus angetrieben. Dieser Trend verleiht den internationalen Aktienmärkten starken Rückenwind. Im DAX profitieren davon insbesondere Technologiewerte wie Infineon. Das Unternehmen markierte mit einem kräftigen Wochenplus ein neues Mehrjahreshoch. Ebenso zählt Siemens Energy zu den Gewinnern, da die Anleger das Unternehmen als direkten Profiteur des steigenden Strombedarfs durch KI-Anwendungen sehen.
Zusätzlichen Auftrieb erhalten die Aktienmärkte von der jüngsten Entspannung am Ölmarkt. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent ist auf rund 95 US-Dollar gefallen, was die Hoffnung auf sinkenden Inflationsdruck nährt. Der Grund: Die Marktteilnehmer erwarten, dass die Straße von Hormus aufgrund von erfolgreichen Verhandlungen zwischen den USA und Iran zeitnah wieder offen sein könnte. Trotzdem bleibt die Lage fragil, was widersprüchliche Signale beider Seiten zeigen.
Bemerkenswert ist, dass sich der DAX immer mehr von der heimischen Wirtschaftsentwicklung abkoppelt. Obwohl führende Institute ihre Wachstumsprognosen für Deutschland kürzlich gesenkt haben, zieht der Leitindex kräftig an. Die Dynamik des DAX speist sich aus der Stärke seiner global aufgestellten Unternehmen und sektoralen Sondereffekten. Diese positive Einschätzung spiegelt sich auch in den Markterwartungen wider: Analysten prognostizieren für 2026 ein durchschnittliches Gewinnwachstum von rund 14 Prozent.
Die Nähe zum Allzeithoch ist damit gerechtfertigt. Für die weitere Entwicklung ist entscheidend, ob die Unternehmen die ambitionierten Gewinnziele tatsächlich erreichen. Zudem darf es bei den globalen Rahmenbedingungen keine negativen Überraschungen geben.
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