Börse am Morgen: Nvidia, Gold, Konjunkturdaten - Nord/LB
Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte in Deutschland lagen im April 2026 um 1,7% über dem Vorjahresniveau – der stärkste Anstieg seit Mai 2023 (+2,5%). Gegenüber März 2026 stiegen die Preise um 1,2%, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Der reale Auftragsbestand im deutschen Verarbeitenden Gewerbe stieg im März 2026 saison- und kalenderbereinigt m/m um 1,6%, y/y um 8,4%. Zuwächse gab es in allen Branchen, besonders im Sonstigen Fahrzeugbau (+1,5%) und bei Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen (+3,8%). Die Auftragsreichweite erhöhte sich insgesamt m/m um 0,2 auf 8,8 Monate, bei Investitionsgütern auf 12,2, bei Vorleistungsgütern auf 4,6 und bei Konsumgütern auf 4,0 Monate.
Die Inflation in der Eurozone stieg im April 2026 auf 3,0% (März: 2,6%; Vorjahr: 2,2%). In der EU lag sie bei 3,2% (März: 2,8%; Vorjahr: 2,4%), wie Eurostat mitteilte. Die niedrigsten Raten verzeichneten Schweden (0,5%), Dänemark (1,2%) und Tschechien (2,1%), die höchsten Rumänien (9,5%), Bulgarien (6,0) und Kroatien (5,4%). In den meisten Mitgliedstaaten zog die Inflation gegenüber März an. Treiber der Teuerung im Euroraum waren vor allem Dienstleistungen, Energie sowie Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak.
Das Gastgewerbe in Deutschland setzte im März 2026 real saison- und kalenderbereinigt 2,2% weniger um als im Februar, nominal ging der Umsatz um 1,3% zurück. Im Jahresvergleich sank der reale Umsatz um 5,2%, während er nominal um 2,5% zulegte – der reale Erlös ist damit auf dem niedrigsten Stand seit März 2022 gefallen. In der Beherbergung brach der Umsatz gegenüber Februar real um 5,6% (nominal -3,4%) ein, in der Gastronomie blieb er nahezu stabil (-0,1% real; +0,2% nominal). Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten beide Bereiche deutliche reale Rückgänge.
Tagesausblick
Europäische Einkaufsmanagerindizes werden neben der Verarbeitung der Nvidia-Quartalszahlen am heutigen Handelstag voraussichtlich das größte Rauschen auf den Märkten verursachen. Die Aussichten für den Mai dürften auch in dieser Veröffentlichung eher durchwachsen sein, negatives Überraschungspotenzial sollte sich demnach auch in Grenzen halten. Die den US-Immobilienmarkt flankierenden Indizes, wie Baubeginne und Baugenehmigungen, zeichnen wohl außerdem ein eher verhaltenes Bild – die anhaltend teuren Hypothekenzinsen belasten den Markt weiterhin.
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Aktien- und Rentenmärkte
Sowohl die Kurse deutscher Staatsanleihen als auch die von US-Anleihen reagierten gestern mit spürbaren Kursgewinnen bzw. Renditerückgängen auf sinkende Ölpreise. Zuvor hatte US-Präsident Trump geäußert, dass die Verhandlungen mit dem Iran in einer finalen Phase seien.
Die Aktienmärkte hielten gestern vor den um 22:20h unserer Zeit veröffentlichten Nvidia-Zahlen (s.u.) zunächst den Atem an. Nachdem aber fallende Ölpreise dazu kamen, drehte die Stimmung und die Märkte haussierten – vor allem getrieben von Halbleiterwerten. Automobilwerte profitierten darüberhinaus von der geplanten Umsetzung des Handelsabkommens zwischen der EU und den USA.
DAX +1,38%; MDAX +1,68%; TecDAX +1,53%; Dow Jones +1,31%; S&P500 1,08%; Nasdaq Comp. 1,55%.
Unternehmen
Die starke Nachfrage nach KI?Hochleistungsprozessoren treibt das Wachstum von Nvidia erneut kräftig an. Der Konzern meldete gestern Abend überraschend hohe Zuwächse bei Umsatz und Gewinn, kündigte umfangreiche Aktienrückkäufe sowie eine deutliche Dividendenerhöhung an und verwies auf den anhaltenden Boom beim Aufbau von KI-Rechenzentren. Im vergangenen Quartal stieg der Umsatz um 85% auf USD 81,6?Mrd., der bereinigte Gewinn je Aktie legte überproportional auf USD 1,87 zu. Für das laufende Quartal werden rund USD 91 Mrd. Umsatz in Aussicht gestellt. Zudem plant Nvidia Aktienrückkäufe im Volumen von USD 80 Mrd. und erhöht die Quartalsdividende deutlich von USD 0,01 auf USD 0,25 je Aktie. Die Aktie reagierte nachbörslich moderat positiv.
Devisen und Rohstoffe
Der EUR wurde gestern von den fallenden Rohölpreisen gestützt.
Der Goldpreis ist in den letzten Tagen im Zuge der gestiegenen Anleiherenditen stark gefallen und erreichte gestern ein Tagestief von USD 4.454 je Unze. Danach setzte parallel zu den wieder rückläufigen Renditen an den Anleihemärkten eine Erholung ein.
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
