Bayer zahlt bis zu 2,45 Milliarden Dollar für Übernahme im Bereich Augenheilkunde
Der DAX-notierte Bayer-Konzern übernimmt Perfuse Therapeutics vollständig und sichert sich damit die weltweiten Rechte an PER-001, einem niedermolekularen Endothelinrezeptor-Antagonisten in der klinischen Phase II. Das Präparat wird zur Behandlung von Glaukom und diabetischer Retinopathie entwickelt und soll als eines der ersten Mittel untersucht werden, das unabhängig vom etablierten Ansatz der Augeninnendruck-Senkung das Fortschreiten des Glaukoms bremsen kann.
Die Transaktion steht Bayer-Angaben vom Mittwoch zufolge unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Genehmigungen sowie der Zustimmung der Perfuse-Aktionäre. Bayers finanzielles Gesamtvolumen für das Biotechnologie-Unternehmen beläuft sich auf bis zu 2,45 Milliarden US-Dollar. Davon werden 300 Millionen US-Dollar als Vorauszahlung geleistet, der verbleibende Betrag ist an Entwicklungs-, Zulassungs- und kommerzielle Meilensteine geknüpft.
Der ungedeckte medizinische Bedarf in beiden Indikationen ist erheblich: Glaukom gilt als häufigste Ursache irreversibler Erblindung und betraf im Jahr 2020 weltweit 76 bis 80 Millionen Menschen, bis 2040 wird mit rund 112 Millionen Betroffenen gerechnet. Bei der diabetischen Retinopathie sind derzeit rund 146 Millionen Menschen betroffen, bis 2045 wird ein Anstieg auf 160 Millionen erwartet. Für Bayer fügt sich die Transaktion in die bestehende Präsenz und Expertise in der Augenheilkunde ein und ergänzt die pharmazeutische Pipeline um einen Kandidaten mit potenziellem krankheitsmodifizierendem Wirkmechanismus. PER-001 soll bei Glaukom-Patienten das Gesichtsfeld verbessern sowie bei diabetischer Retinopathie die Kontrastempfindlichkeit steigern und die retinale Ischämie reduzieren.
Die Bayer Aktie notiert bei 38,64 Euro mit 1,95 Prozent im Plus.

