Mutares zwischen Expansion und Schuldenabbau: 2026 soll wichtige Weichen stellen
Der Mutares-Konzern hat im Geschäftsjahr 2025 Umsatzerlöse von 6,5 Milliarden Euro erzielt, nach 5,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Jahresüberschuss der Mutares-Holding stieg auf 130,4 Millionen Euro, nach 108,3 Millionen Euro. Wesentlicher Treiber war der vollständige Exit bei Steyr Motors, der als erfolgreichste Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte mit einem Bruttoerlös von über 170 Millionen Euro abschloss. Das Konzern-EBITDA erreichte 675,3 Millionen Euro, nach 117,1 Millionen Euro im Vorjahr, beeinflusst durch Bargain-Purchase-Gewinne aus Akquisitionen und Exit-Erlöse. Das um Portfolio-Veränderungen bereinigte Adjusted EBITDA verbesserte sich auf minus 31,2 Millionen Euro, nach minus 85,4 Millionen Euro.
Im Berichtsjahr erwarb Mutares Unternehmen mit einem kumulierten Jahresumsatz von rund 2,5 Milliarden Euro und trieb die internationale Expansion voran. Zentrale Neuzugänge waren IPO-Kandidat Magirus als Plattform im Bereich einsatzkritischer Spezialfahrzeuge sowie Buderus Edelstahl im neu geschaffenen Segment Infrastructure & Special Industry. In China wurde mit HSR/HST ein Add-on für Amaneos erworben, deren geplanter Börsengang sich aber verschiebt vor allem vor dem Hintergrund der schwierigen Lage in der Automobilbranche. In Nordamerika stärkte die TSM-Akquisition die FerrAl United Group. Neben Steyr Motors wurden auch bei Terranor durch einen Nasdaq-Börsengang sowie beim Verkauf von Fuentes Werte realisiert.
Exit-Kandidaten u.a. Efacec, Magirus und vor allem NEM Energy
Nach dem Bilanzstichtag unterzeichnete Mutares die Übernahme des SABIC-Geschäftsbereichs Engineering Thermoplastics in Amerika und Europa, mit einem Umsatz von rund 2 Milliarden Euro und einem Eigenkapital von ebenfalls rund 2 Milliarden Euro die größte Akquisition der Firmengeschichte. Das Closing wird im zweiten Quartal 2026 erwartet. Auf dieser Basis gründet Mutares das neue Segment Chemicals & Materials. Ergänzt wird der Aufbau durch weitere Transaktionen wie Venator Ultramarine Blue Pigments.
Erste Exits gab es 2026 bereits, weitere sollen folgen und die könnten wie der geplante Schuldenabbau sowie die anstehenden Expansionen in Übersee, vor allem den USA, wichtige Weichen stellen: Man erwarte „im weiteren Jahresverlauf zusätzliche attraktive Exits mit erheblichem Wertschöpfungspotenzial, insbesondere bei Beteiligungen aus den Bereichen Defense, Energie und Energieinfrastruktur im Segment Engineering & Technology”, so Mutares - im Fokus stehen dabei neben Magirus vor allem die niederländische NEM Energy Group. Auch Efacec könnte laut Aussagen von Mutares-CIO Johannes Laumann auf der Investorenkonferenz am Dienstag in den kommenden 12 bis 18 Monaten ein „lukrativer Exit” werden.
Für 2026 erwartet Mutares einen Konzernumsatz zwischen 7,9 und 9,1 Milliarden Euro sowie einen Jahresüberschuss der Holding zwischen 165 und 200 Millionen Euro. Die Exit-Aktivitäten sollen deutlich über dem Vorjahresniveau von rund 230 Millionen Euro Bruttoerlös liegen. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 3. Juli 2026 eine Dividende von 2,00 Euro je Mutares Aktie vor, die Summe gilt bei Mutares als jährliche Mindestdividende. Bei bedeutenden Exit-Erlösen ist zusätzlich eine Performance-Dividende vorgesehen. Ob dies schon bei der kommenden Ausschüttung so sein wird, ist abzuwarten und hängt an Exits. Die erste Angebotsfrist solle am 8. Mai starten, kündigen die Münchener am Dienstag an.
Anleihe-Schulden von Mutares sollen deutlich sinken
Zudem will man das Thema Verschuldung der Mutares-Holding angehen. Diese hat per Ende 2025 Anleihen mit einem Volumen von 385 Millionen Euro ausstehend. Bis Ende 2026 solle der Betrag auf 250 Millionen Euro bis 300 Millionen Euro reduziert werden, so das Unternehmen im Geschäftsbericht für 2025. Von der Anleihe 2023/2027 sollen bereits im laufenden Quartal mindestens 25 Millionen Euro zurückgekauft werden, in den Folgequartalen jeweils weitere mindestens 25 Millionen Euro.
Mittelfristig peilt Mutares bis 2030 ein jährliches Wachstum von mindestens 25 Prozent beim Konzernumsatz sowie beim Jahresüberschuss der Holding an. Die früher für 2028 kommunizierten Ziele von 10 Milliarden Euro Konzernumsatz und 200 Millionen Euro Jahresüberschuss sollen nach Unternehmensangaben deutlich früher erreicht werden. Die im April 2026 abgeschlossene Kapitalerhöhung über 105 Millionen Euro soll die US-Expansion beschleunigen, wo eine Akquisitionspipeline von rund 4,8 Milliarden Euro Umsatzvolumen aufgebaut wurde.
Die Mutares Aktie notiert bei 24,95 Euro mit 1,19 Prozent im Minus.
Hinweis auf Interessenskonflikt(e): Der / die Autor(in) oder andere Personen aus der 4investors-Redaktion halten unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten / Derivate auf Finanzinstrumente von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten: Mutares.


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