Bundestag beschließt RED III – Verbio sieht Trendwende für Biokraftstoffe
Der Deutsche Bundestag hat die Umsetzung der überarbeiteten Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED III beschlossen. Kernpunkte sind die Anhebung der Treibhausgasminderungsquote von derzeit 12 Prozent auf 17,5 Prozent im Jahr 2027, mit einer Fortschreibung auf 65 Prozent bis 2040. Gleichzeitig wird die Doppelanrechnung fortschrittlicher Biokraftstoffe abgeschafft, die Kappungsgrenze für Anbaubiomasse bis 2032 auf 5,8 Prozent erweitert und ab 2027 werden verbindliche Vor-Ort-Kontrollen zur Betrugsprävention eingeführt.
„Der Bundestag hat die bereits im Gesetzesentwurf vorgeschlagene ehrgeizige und langfristige Entwicklung der THG-Quote sogar um weitere 1,5 Prozentpunkte über die gesamte Laufzeit erhöht. Das hat uns positiv überrascht”, so Verbio-Chef Claus Sauter.
Verbio sieht den Beschluss nach Jahren regulatorischer Unsicherheit und erheblicher Marktverzerrungen durch Betrug bei der Treibhausgasanrechnung ein strukturell positives Signal. Der Wegfall der Doppelanrechnung und schärfere Kontrollen sollen die Wettbewerbsbedingungen für reguläre Biokraftstoffproduzenten verbessern. Zusätzliches Potenzial sieht das Unternehmen in einer möglichen Anhebung der Bioethanol-Beimischungsquote von derzeit 10 auf 20 Prozent sowie in der regulatorischen Stärkung von Biomethan als Ersatz für fossiles Erdgas.
Die Verbio Aktie notiert bei 40,02 Euro mit 2,29 Prozent im Minus.

