Gerresheimer bekommt etwas Luft
Gerresheimer muss den Jahresabschluss 2025 verschieben, da es Untersuchungen zu Geschäftsvorgängen in den vergangenen Jahren gibt. Das sorgt für Probleme hinsichtlich der Kreditgeber.
Doch das Unternehmen aus Düsseldorf kann leichte Entwarnung geben. Kreditgeber stimmen einer Fristverlängerung zur Vorlage des testierten Jahresberichts 2025 zu. Gerresheimer spricht von einer breiten Unterstützung.
Es gibt eine Fristverlängerung bis zum 30. September. Dem haben Schuldschein-Inhaber bisher mit einer Quote von 96 Prozent des Gesamtvolumens von 870 Millionen Euro zugestimmt. Auch die kreditgebenden Banken halten bis dahin still. Wesentliche Kreditbedingungen zum Verschuldungsgrad wurden ebenfalls bis zum Ende des dritten Quartals ausgesetzt.
Gleichzeitig läuft der Verkaufsprozess für die US-Tochter Centor. Dieser soll noch 2026 beendet sein. Die Zahl der Interessenten liegt im zweistelligen Bereich. Mit dem Geld aus dem Verkauf will Gerresheimer seine Kapital- und Finanzierungsstruktur verbessern.
CFO Wolf Lehmann freut sich über die Unterstützung der Kreditgeber: „So können wir die im Rahmen unserer Untersuchungen identifizierten Geschäftsvorgänge weiter transparent aufarbeiten und unseren Jahres- und Konzernabschluss 2025 finalisieren. Wir haben mit dem Verkauf von Centor zudem eine klare Strategie, wie wir noch in diesem Jahr unsere Kapitalstruktur signifikant verbessern.“
Der Geschäftsbericht 2025 soll im Juni publiziert werden. Die Zahlen zum ersten Quartal sollen zeitnah danach erscheinen.
Für 2026 rechnet Gerresheimer bisher nicht mit Überraschungen. Die Geschäftsentwicklung liege im Rahmen der Erwartungen. Die Auftragslage wird als solide beschrieben.
Die Aktien von Gerresheimer (WKN: A0LD6E, ISIN: DE000A0LD6E6, Chart, News) gewinnen 17,8 Prozent auf 20,85 Euro. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie 65 Prozent verloren.
