Börse am Morgen: Samsung, SpaceX, Iran-Krieg, Ölpreis - Nord/LB Marktbericht
Der Iran-Krieg lässt Rezessionsängste unter Investoren aufkommen. Das Stimmungsbarometer für die Euro-Zone sackte im April um 16,1 Punkte auf minus 19,2 Zähler ab, wie die Beratungsfirma Sentix zu ihrer monatlichen Umfrage unter 1.047 Anlegern mitteilte. Dies ist das tiefste Niveau seit April 2025. Befragte Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang auf minus 9,0 Punkte gerechnet. "Investoren erkennen zunehmend, dass das Risiko einer erneuten Rezession wieder in den Fokus rückt", erklärte Sentix-Geschäftsführer Hussy. Der Einbruch sei ähnlich stark wie vor einem Jahr, als US-Präsident Trump massive Strafzölle anordnete. Die Entwicklung stehe im unmittelbaren Zusammenhang mit den anhaltend hohen Rohölpreisen und den Lieferengpässen an der Straße von Hormus infolge des Iran-Krieges.
Der deutsche Automarkt hat in Q1 spürbar an Fahrt aufgenommen. Insgesamt wurden von Januar bis März 699.404 Neuwagen verkauft, 5,2% mehr als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr. Allein im März sprang der Absatz um 16% nach oben auf fast 300.000 Autos, wie das Kraftfahrt-Bundesamt mitteilte. Deutlich stärker gefragt als vor Jahresfrist waren Elektroautos. Allein im März sprang der Absatz derartiger Fahrzeuge um zwei Drittel nach oben. Ihr Anteil an allen Neuzulassungen stieg im März auf 24%, das sind 7,2 Prozentpunkte mehr als vor Jahresfrist und 2,1 Prozentpunkte mehr als im Februar. Zählt man Plug-In-Hybride dazu, fährt inzwischen gut jeder dritte Neuwagen in Deutschland zumindest zeitweise elektrisch.
Tagesausblick
Der heutige Tag wirft das Spotlight auf die deutsche Wirtschaft und die Eurozone. Vor allem die Einzelhandelsumsätze innerhalb der Währungsunion werden zeigen, wie die Konjunktur im Februar verlaufen ist, wobei wir von einer leicht rückläufigen Tendenz ausgehen. Am Abend deutscher Zeit werden die Sitzungsprotokolle des FOMC veröffentlicht, welche tiefere Einblicke in die US-amerikanische Geldpolitik liefern.
Aktienmärkte
Der deutsche Aktienmarkt war bezüglich eines möglichen Abkommens zwischen den USA und dem Iran im Nahost-Krieg sehr nervös. Nach der in letzter Minute heute Nacht ausgehandelten Feuerpause zwischen dem Iran und den USA dürfte der DAX heute früh jedoch mit deutlichen Gewinnen in den Handel starten. DAX -1,06%; MDAX -0,63%; TecDAX -1,22%.
Große Teile des Handels notierten die Indizes an der Wall Street schwächer. Doch Hoffnungen der Anleger auf eine diplomatische Lösung des Iran-Kriegs sorgten letztlich für eine Unterstützung. Dow Jones -0,18%; S&P 500 +0,08%; Nasdaq Comp. +0,10%.
Die Einigung auf eine zweiwöchige Waffenruhe im Nahen Osten hat heute früh eine Erleichterungsrally an den Finanzmärkten ausgelöst. Die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der Öl- und Gaslieferungen durch die Straße von Hormus beflügelte die Aktienmärkte. In Tokio schoss der Nikkei-Index um 5% in die Höhe. Analysten zeigten sich jedoch zurückhaltend, ob die Waffenruhe zu einer dauerhaften Lösung führen wird.
Unternehmen
Stark gestiegene Preise für Speicherchips verhalfen Samsung zu einem erneuten Gewinnsprung. Ein Ende dieses Trends ist dem südkoreanischen Elektronik-Konzern zufolge nicht in Sicht. Samsung sagte für das laufende Q2 2026 den 3. Rekordgewinn in Folge voraus. Im abgelaufenen Q1 kletterte das operative Ergebnis vorläufigen Berechnungen zufolge auf einen Höchstwert von umgerechnet 33 Mrd. EUR. Dies ist nahezu dreimal so hoch wie die bisherige Bestmarke aus Q4 2025 und etwa achtmal so viel wie im Vorjahreszeitraum.
Die Weltraumfirma SpaceX des Milliardärs Musk will bei ihrem Börsengang einen erheblichen Teil (30% - etwa 3 x soviel wie üblich) der angebotenen Aktien für Kleinanleger reservieren. Für den 11. Juni sei eine spezielle Investorenveranstaltung für 1.500 Kleinanleger geplant. Der Börsenprospekt werde Ende Mai veröffentlicht, hieß es. Mit einem angepeilten Gesamtvolumen von 75 Mrd. USD wäre es das größte Börsendebüt der Wirtschaftsgeschichte. Dabei könnte das Unternehmen, zu dem auch der Satellitenbetreiber Starlink, der Kurznachrichtendienst X und der KI-Entwickler xAI gehören, eine Marktkapitalisierung von 1,75 Billionen USD erreichen.
Devisen und Rohstoffe
Am Devisenmarkt geriet der USD, der in den vergangenen Wochen als sicherer Hafen gesucht war, unter Druck. Der EUR legte im Gegenzug auf 1,1670 USD zu.
Die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der Öl- und Gaslieferungen durch die Straße von Hormus ließ die Ölpreise einbrechen.
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
