Hapag-Lloyd übernimmt israelische ZIM für über 4 Milliarden Dollar
Die Hamburger Containerschifffahrtsreederei Hapag-Lloyd erwirbt die israelische Reederei ZIM Integrated Shipping Services für 35,00 US-Dollar je Aktie in bar. Das Gesamtvolumen der Transaktion beläuft sich nach Angaben der Hamburger Reederei vom Montag auf mehr als 4 Milliarden US-Dollar. Mit diesem Zusammenschluss würde Hapag-Lloyd seine Position als fünftgrößte Linienreederei weltweit festigen und verfügte dann über eine Flotte von mehr als 400 Schiffen mit einer Kapazität von über 3 Millionen TEU (Twenty-Foot Equivalent Units). Das jährliche Transportvolumen stiege auf mehr als 18 Millionen TEU.
Das kombinierte Unternehmen solle von Synergiepotenzialen in Höhe von mehreren hundert Millionen US-Dollar pro Jahr profitieren, wie Hapag-Lloyd mitteilte. Das Netzwerk würde auf allen wichtigen Handelsrouten ausgebaut und die Position in Wachstumsmärkten gestärkt. „Kunden können von einem deutlich stärkeren Netzwerk in den Fahrtgebieten Transpazifik-, Intra-Asien, Atlantik, Lateinamerika und Östliches Mittelmeer profitieren”, so Rolf Habben Jansen, CEO von Hapag-Lloyd.
Eine Besonderheit der Transaktion betrifft Israels strategische Interessen. Der „Besondere Staatsanteil” (Golden Share) von ZIM soll auf ein ausgelagertes Containerliniengeschäft übertragen werden, das vom israelischen Private-Equity-Fonds FIMI Opportunity Funds übernommen wird. FIMI erhält 16 moderne Großcontainerschiffe und bleibt Eigentümer der Marke ZIM, um die maritime Konnektivität für Israel zu sichern.
Bis zum Vollzug der Transaktion bleiben beide Reedereien Wettbewerber und führen ihre bisherigen Operationen unabhängig fort. Bestehende Kooperationen wie Slot-Charter-Vereinbarungen und die gemeinsame Schiffsnutzung (VSA) laufen weiter. Die erforderlichen Genehmigungen der ZIM-Aktionäre und der Regulierungsbehörden werden bis Ende 2026 erwartet.
Die Hapag-Lloyd Aktie (WKN: HLAG47, ISIN: DE000HLAG475, Chart, News) notiert bei 112 Euro mit 6,98 Prozent im Minus.
