Ifo-Index Januar - Weitere Stimmungsaufhellung in der Industrie - DWS
Die Stimmungsaufhellung in der Industrie ist vor allem auf verbesserte Geschäftserwartungen zurückzuführen. Zwar hat sich auch die Lagebeurteilung merklich aufgehellt, aber die Geschäftsaussichten verbessern sich zusehends. Dies ist sicherlich zum Teil auch den langsam anlaufenden Maßnahmen aus dem Sondervermögen Infrastruktur geschuldet. Während die Bestellungen für Waffen, Munition und andere Ausrüstungsgegenstände der Bundeswehr bereits seit einiger Zeit gut laufen, braucht es bei den Infrastrukturmaßnahmen einfach länger bis dort die PS auf die Straße kommen. Von den 500 Milliarden Euro ist ja faktisch bisher kaum etwas ausgegeben. Insofern sollte man hier nicht mit einem schnellen Anstieg rechnen. Aber wenn die Maschinerie erst einmal angelaufen ist, dürfte der Aufschwung lange anhalten. Dies lässt sich bereits gut beim Tiefbau erkennen, der seine Durststrecke bereits seit langem hinter sich gelassen hat.
Mittel- und langfristig sollte die deutsche Industrie von den aktuellen politischen Entwicklungen profitieren. Zwar sind die Aussichten für die Exporte in die USA deutlich schlechter als früher, aber die Notwenigkeit, sich sicherheitspolitisch von den USA zu emanzipieren, dürfte viele Aufträge aus Europa auslösen – und zwar nicht nur, was Rüstung anlangt, sondern auch für viele andere (Industrie-)Güter, die sicherheitsrelevant sind.
Martin Moryson, Global Head of Economics, DWS.
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